Eine islamische Persönlichkeit und einen guten Charakter zu entwickeln und seinen Kindern zu lehren ist eine Hauptaufgabe des Muslims, und die Persönlichkeit wird erst dann vollständig sein, wenn der Mensch der Religion Allahs aufrichtig folgt und sie nach besten Kräften umsetzt. Allah, der Erhabene sagt:
O ihr, die ihr glaubt, tretet in den Islam ein mit ganzem Herzen. [al-Baqarah 208]
Der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Es gibt nichts, was auf der Waage schwerer wiegt, als ein guter Charakter. [Ahmad]
Die Gläubigen mit dem vollkommensten Glauben sind diejenigen, die den besten Charakter haben, und die Besten unter ihnen sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln. [Tirmidhi, Abu Dawud]
Diejenigen unter euch, die mir am Tag des Gerichts am liebsten und am nächsten stehen, sind diejenigen mit dem besten Charakter. Diejenigen, die mir am Tag des Gerichts am verabscheuungswürdigsten und am fernsten sind, sind diejenigen, die viel reden, andere herabsetzen und prahlerisch sind. [Tirmidhi]
Ich bin nur gesandt worden, um den guten Charakter zu vervollkommnen. [Ahmad]
Der Muslim sollte sich in Erinnerung rufen, was die Ideale sind, die er anzustreben hat, und was zur Kultivierung der Seele, zur Reinigung des Herzens und zur Verfeinerung des Charakters nötig ist.

Taqwa
Taqwa ist eine unverzichtbare Eigenschaft. Übersetzungen wie "Gottesfurcht" werden ihr kaum gerecht, denn Furcht vor Allah ist keine paralysierende Angst, sondern ein aktivierender Antrieb. Sie hält uns vor Sünden fern und lässt uns gute Taten verrichten. Allah sagt:
Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste. [Al-Hujurat 13]
Gottesfurcht lässt uns auch die Angst vor anderen Dingen und Menschen verlieren. Sie führt außerdem zu:
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Demut und Bescheidenheit
Wenn wir erkennen, dass alle Macht bei Allah liegt und wir in Wirklichkeit nichts erschaffen und Macht über gar nichts haben, lässt uns dies nicht nur Allah fürchten, denn wir wissen nicht, was Er für uns bestimmt hat - ob Hölle oder Himmel, es erfüllt uns auch mit Demut. Diese Demut gilt nicht nur in Bezug auf unseren Schöpfer, sondern auch zu Seinen Geschöpfen, und ist genau das Gegenteil von der Arroganz, die Iblis gegenüber Adam zeigte, als er sagte: "Ich bin besser als er!"
Und zeige den Menschen nicht geringschätzig die Wange und gehe nicht übermütig auf der Erde einher, denn Allah liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist. [Luqman 18]
Demut ist auch notwendig, um zu erkennen:
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Der Muslim ist ein Diener Gottes und der Menschen
Allah sagt uns, warum wir geschaffen wurden:
Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir dienen. [ad-Dhariyat 56]
Und unser Herr hat geboten: Betet zu Mir, dass ich euer Gebet erhöre. Die aber, die zu hochmütig sind, um Mir zu dienen, die werden wahrlich in die Hölle eintreten, als Verachtete und Erniedrigte. [al-Mu'min 60]
Der Muslim soll aber nicht nur Gott dienen, sondern auch seinen Nächsten. Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Ein Gläubiger ist freundlich und umgänglich, und nichts Gutes gibt es an einem Menschen, der nicht freundlich und umgänglich ist. Der beste unter den Menschen ist derjenige, der den Menschen am meisten nützlich ist. [At-Tabarani]
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Reinheit und Aufrichtigkeit der Absicht
Die Essenz der Handlungen ist die reine und aufrichtige Absicht (Ikhlas):
Ihr Fleisch (der Opfertiere) erreicht Allah nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht ist es, die Ihn erreicht. [al-Hajj 37]
Jene, die alle Taten nur für Allah tun, sind die Diener Gottes, die Satan nicht in die Irre leiten kann:
Er sagte: "Nun, bei Deiner Macht, ich werde sie allesamt ganz gewiss in Verirrung fallen lassen, außer Deinen Dienern, den Mukhlisien (denen mit reiner und aufrichtiger Absicht - leider oft nur übersetzt mit "erlesenen" oder "auserwählten" Dienern, wohl um die Übersetzung kurz zu halten, da es dieses Wort so im Deutschen nicht gibt)." [Sad 82, 83] [auch al-Hijr 40]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Taten sind nur durch Absichten, und jeder Mensch erhält nur das, was er beabsichtigt hat. Wer also für Allah und Seinen Gesandten ausgewandert ist, dessen Auswanderung war für Allah und Seinen Gesandten, und wer ausgewandert ist, um ein weltliches Ziel zu erreichen oder eine Frau zu heiraten, dessen Auswanderung war für das, wofür er ausgewandert ist. [Bukhari, Muslim]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wer für Allah liebt und für Allah hasst, für Allah gibt und für Allah zurückhält, der hat den Glauben vollendet. [Abu Dawud]
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Gottergebenheit und Gottvertrauen
Sich Gott ergeben und sich auf Ihn verlassen (tawakkal) ist ebenfalls ein Resultat aus der Erkenntnis, dass alle Macht bei Allah ist und Er die Dinge bereits bestimmt hat. In unzähligen Versen sagt uns Allah: "Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen." [Yusuf 67, Ibrahim 12 etc]
Der Gesandte (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Würdet ihr auf Allah vertrauen, so wie ihr auf Ihn vertrauen solltet (und auch könnt), so würde Er euch versorgen, wie Er den Vogel versorgt: er fliegt (morgens wegen seines Lebensunterhalts) mit leerem Magen hinaus und kehrt (abends) mit vollem zurück. [Tirmidhi, Ibn Majah]
Wie aber der obige Hadith zeigt, hat der Vogel, trotz des Vertrauens, dass er sein Korn finden wird, seinen Teil zu tun, nämlich hinauszufliegen und zu suchen. So soll auch der Mensch Anstrengung (mujahada, ikhtiar) unternehmen, sowohl für diese als auch die nächste Welt.
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Rechtes Streben
Mujahada bedeutet Anstrengung, und nur durch Anstrengung findet der Gläubige den richtigen Weg und Nähe zu Allah:
Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiss Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden. [al-Ankabut 69]
Die Anstrengung hat viele Formen und beginnt damit, sein eigenes Selbst zu reinigen und den Gottesdienst zu intensivieren; gut für die Familie zu sorgen;; gut zu seiner Umgebung zu sein einschließlich der Tiere und der Natur; Islam zu propagieren usw.; und als Höhepunkt, für Islam zu kämpfen (Jihad).
Das Streben sollte aber konstant und stetig sein (istiqamah), damit es den besten Nutzen bringt. Der Gesandte Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Die von Allah am meisten geliebten Taten sind die regelmäßigen, selbst wenn sie nur gering sind. [Bukhari und Muslim]
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Reue und Buße
Zur Wahrheit zurückzukehren erhöht einen Menschen und hebt seinen Rang, sowohl bei Allah als auch bei den Menschen, und wenn der Mensch sich versündigt, sich aber dann Gottes erinnert und umkehrt, wird er dafür sogar von Allah geliebt:
Gewiss, Allah liebt die, die sich Ihm stets reuevoll zuwenden, und die, die sich reinigen. [al-Baqarah 222]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Es gibt keinen gläubigen Diener, der nicht von Zeit zu Zeit eine Sünde begeht oder eine Sünde, in der er verharrt und die er nicht aufgibt, bis er diese Welt verlässt. Wahrlich, der Gläubige wurde als jemand geschaffen, der häufig geprüft und auf die Probe gestellt wird, der oft bereut (und dann) vergisst. Wenn er ermahnt wird, nimmt er die Ermahnung an. [at-Tabarani]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Das Beispiel des Gläubigen in Bezug auf den Glauben ist wie das Beispiel eines Pferdes in Bezug auf seinen Anbindepfahl; es streift umher und kehrt dann zu seinem Anbindepfahl zurück, und der Gläubige ist nachlässig und kehrt dann zu seinem Glauben zurück. So speist die Frommen mit eurer Speise und behandelt die Gläubigen gut. [Ahmad]
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Dankbarkeit
Kafir wird oft mit "Ungläubiger", "Leugner der Wahrheit" oder "Ablehner" übersetzt, aber die grundlegende Bedeutung ist "undankbar gegenüber Gott". Allah erinnert uns:
So esst von dem, womit Allah euch versorgt hat, als etwas Erlaubtes und Gutes, und seid dankbar für die Gunst Allahs, wenn ihr Ihm allein dient. [an-Nahl 114]
Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe fürwahr streng. [Ibrahim 7]
Von Aisha gefragt, warum er denn so lange nachts im Gebet stände, bis seine Füße rissig wurden, soll der Gesandte Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) geantwortet haben: "O Aisha, soll ich nicht ein dankbarer Diener sein?" Dankbarkeit befindet sich zwar im Herzen, aber äußert sich auch in Taten.
Man soll aber nicht nur Gott dankbar sein, sondern auch seinen Mitmenschen. Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wer den Menschen nicht dankt, dankt auch Allah nicht. [Abu Dawud]
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Der Muslim ist zufrieden
Aus Dankbarkeit resultiert auch Zufriedenheit. Wenn der Diener Gottes mit seinem Herrn zufrieden ist und mit dem, was Er ihm gibt, ist umgekehrt auch Allah mit einem zufrieden. Und das ist letztlich das höchste Ziel, zu Gott zurückzukehren, während Er mit einem zufrieden ist:
O du Seele, die du Ruhe gefunden hast, kehre zurück zu deinem Herrn zufrieden und mit Wohlgefallen (d.h. Gottes Zufriedenheit). [al-Fajr 27, 28]
Der Gesandte Gottes (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Reichtum bedeutet nicht, viele Besitztümer zu haben, sondern Reichtum ist der Reichtum der Seele (Zufriedenheit). [Muslim]
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Geduld und Selbstbeherrschung
Zufriedenheit bedeutet aber auch, dass man die Prüfungen des Lebens geduldig erträgt und ebenfalls geduldig seine Pflichten gegenüber Allah ausübt:
0 die ihr glaubt, geduldet euch, haltet standhaft aus, seid kampfbereit und fürchtet Allah, auf dass es euch wohl ergehen möge! [Ali Imran 200]
Und die Engel treten zu ihnen ein durch alle Tore: "Friede sei auf euch dafür, dass ihr geduldig wart!" Wie trefflich ist die endgültige Wohnstätte!" [ar-Rad 23, 24]
Der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wie wunderbar ist doch das Los eines Gläubigen: Alles ist gut für ihn, und das gilt nur für einen Gläubigen. Wenn ihm Gutes zuteilwird, und er dankt Allah, dann ist es gut für ihn; und wenn ihn Unglück trifft, und er es geduldig erträgt, ist es auch gut für ihn. [Bukhari]
Zornig werden bedeutet im Grunde, dass man mit der Bestimmung Allahs nicht zufrieden ist. Es ist also eine Eigenschaft, die man beherrschen muss, was nicht immer einfach ist, weswegen der Gesandte Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) gesagt haben soll:
Der Starke ist nicht derjenige, der jemanden im Ringen besiegt, sondern der Starke ist derjenige, der seinen Zorn beherrschen kann. [Bukhari]
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Barmherzigkeit
Seinen Zorn beherrschen führt wiederum zu Barmherzigkeit. Allah verkündet: "Meine Gnade überwiegt meinen Zorn" [Bukhari], und verkündet damit, dass er den Menschen aufgrund seiner Gnade vergeben wird (und nicht aufgrund der guten Taten der Menschen, da Er diese ja selber erschafft). Aber Allah erwartet dafür auch, dass die Menschen selber barmherzig und gewissenhaft handeln. Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Dem, der anderen keine Barmherzigkeit erweist, wird auch Allah keine Barmherzigkeit zeigen. [Bukhari]
Barmherzigkeit äußert sich auch in:
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Sanftmut
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wahrlich, Allah ist sanftmütig und liebt Sanftmut, und Er gibt der Sanftmut das, was Er der Härte nicht gibt. [Ibn Majah, Ibn Hibban]
Durch Sanftmut werden die Herzen in Freundschaft und Liebe vereint, und das Gute verbreitet sich. Durch das Gegenteil hingegen herrschen schlechte Gefühle und Misstrauen, und die Menschen wenden sich voneinander ab.
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Scham
Gott, der Erhabene erinnert uns: Weiß er denn nicht, dass Allah sieht? [al-Alaq 14]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Der Glaube besteht aus mehr als sechzig Teilen, und die Schamhaftigkeit ist ein Teil des Glaubens. [Bukhari]
Der Muslim muss sich vor Gott dafür schämen, was ihm in den Kopf kommt und was in seinem Magen ist. Er muss sich an den Tod und die Leiden erinnern und daran, dass seine Taten eines Tages offen zu sehen sein werden. Wenn er sich jetzt in dieser Welt wegen seinen Taten schämt, muss er sich inshaAllah nicht am Jüngsten Tag schämen, genauso wie der, der Allah in dieser Welt fürchtet, am Jüngsten Tag nichts zu fürchten braucht.
Die westliche Welt verbreitet eine Kultur der Schamlosigkeit, der dreckigen Sprache und Unmoral. Davor muss sich der Muslim hüten und Folgendes bewahren:
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Unterscheidbarkeit
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wer ein Volk nachahmt, der gehört zu ihnen. [Ahmad]
Ihr werdet ganz gewiss den Wegen derer folgen, die vor euch waren, (und zwar) Handbreit um Handbreit und Ellenbogen um Ellenbogen, bis ihr, wenn sie (z. B.) ein Eidechsenloch betreten sollten, es auch betreten würdet. [Bukhari und Muslim]
Der Muslim hat eine unverwechselbare Persönlichkeit mit einer eigenen besonderen Natur und einer besonderen Weltanschauung und Art. Wenn er unislamische Verhaltensweisen und Bräuche von Nicht-Muslimen kopiert (wie z.B. Nationalfeiertag, Neujahr und Geburtstag feiern) wird er wie sie. Dies ist leider durch das Phänomen "Globalisierung" immer mehr der Fall. Stattdessen soll er dem Beispiel des Propheten (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) folgen:
Sag (o Prophet): Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig. [Ali Imran 31]
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Gerechtigkeit und Ausgewogenheit
So haben Wir euch zu einer ausgewogenen Nation gemacht, damit ihr Zeugen über die Menschheit seid und der Gesandte Zeuge über euch ist. [al-Baqarah 143]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Liebe den, den du liebst, bis zu einem gewissen Grad (maßvoll), denn vielleicht wird er eines Tages jemand sein, den du hasst, und hasse den, den du hasst, bis zu einem gewissen Grad (maßvoll), denn vielleicht wird er eines Tages jemand sein, den du liebst. [Tirmidhi]
Der Muslim ist in seiner Liebe und seinem Hass gerecht ausgeglichen. Er ist gerecht, sowohl wenn er gibt als auch wenn er nimmt, und er ist in all dem maßvoll.
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Wahrhaftigkeit
Gerecht sein bedeutet auch, wahrhaftig und ehrlich sein. Man muss wahrhaftig gegenüber anderen sein, darf aber auch nicht sich selbst belügen und sich selber eins vormachen.
O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen! [at-Tauba 119]
Abu Hurairah (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihm) soll berichtet haben:
Wir sagten: O Gesandter Allahs! Scherzt du mit uns? Er (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) sagte: Ja, außer dass ich nur die Wahrheit sage. [Tirmidhi]
Seine Scherze bestanden also aus Worten, die wahr waren, ohne Erdichten und Unwahrheiten.
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Drei Dinge sind das Zeichen eines Heuchlers: Wenn er spricht, lügt er, wenn er verspricht, bricht er sein Versprechen, und wenn man ihm vertraut, erweist er sich als unehrlich. [al-Bukhari]
Der Muslim ist wahrhaftig und ehrlich in seiner Rede, treu in seinen Versprechen und vertrauenswürdig in der Erfüllung dessen, was ihm anvertraut wurde. Das Wort "vertrauenswürdig" (sidiq) leitet sich von (sadiq) ab, was "wahrhaftig" ist.
Der Wahrhafte ist der, der bereit ist zu sterben, ohne sich zu schämen, wenn seine innersten Geheimnisse entlarvt werden, denn Gott, der Erhabene, sagt:
Wünscht euch den Tod, wenn ihr wahrhaftig seid! [al-Baqarah 94]
Wenn man noch Angst vor dem Tod hat und davor, Allah zu begegnen, macht man sich wahrscheinlich selbst eins vor, und hat das Folgende noch nicht ernsthaft in Angriff genommen:
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Das Kämpfen gegen die eigenen Wünsche
Allah, der Erhabene, sagt:
Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, so wird der Paradiesgarten ihm Zufluchtsort sein. [an-Naziat 40, 41]
Die Anstrengung (Jihad) gegen die Triebseele (arab.: Nafs) wird gemeinhin als der größere Jihad angesehen, weil er permanent ist, während der Jihad gegen Shaitan, Ungläubige oder Heuchler temporär ist, und weil er quasi eine Vorbedingung für die anderen Arten des Jihad ist. Man kann nämlich kaum erfolgreich sein und Allahs Unterstützung bekommen, wenn man die Triebseele nicht beherrscht und selber noch Sünden begeht.
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Der Muslim hat keine Freizeit
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Es gibt zwei Segnungen, die viele Menschen verlieren: Gesundheit und freie Zeit. [Bukhari]
Nutze fünf vor fünfen: Nutze dein Leben vor deinem Tode und deine Gesundheit vor deiner Krankheit und deine Jugend vor deinem Alter und deinen Reichtum vor deiner Armut und deine freie Zeit vor dem Beschäftigtsein. [al-Hakim]
Für jede Handlung gibt es eine Phase der Begeisterung / Aktivität, und für jede Phase der Begeisterung / Aktivität gibt es eine Phase der Ruhe / Inaktivität. Wer also in seiner Phase der Ruhe / Inaktivität meiner Sunna folgt, der ist auf dem richtigen Weg, wer aber in seiner Phase der Ruhe / Inaktivität etwas anderem folgt, der ist verloren. [Ahmad]
Freie Zeit ist eine große Gabe von Gott, die jeder von uns besitzt, egal wie beschäftigt wir denken zu sein. Diese Zeit weise zu verwenden, bedeutet, sie nicht mit fruchtlosen Aktivitäten zu verschwenden. Selbst die einfachsten Taten können wertvoll werden, wenn sie Gott zuliebe getan werden.
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Verantwortung
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Jeder von euch ist ein Beschützer und verantwortlich für diejenigen, für die er zuständig ist. So ist der Herrscher ein Hüter und verantwortlich für seine Untertanen; ein Mann ist der Hüter seiner Familie und verantwortlich für diejenigen, die seiner Obhut unterstehen; eine Frau ist die Hüterin des Hauses ihres Mannes und verantwortlich für diejenigen, die ihrer Obhut unterstehen; ein Diener ist der Hüter des Vermögens seines Herrn und verantwortlich für das, was ihm anvertraut ist; und ein Mann ist der Hüter des Vermögens seines Vaters und verantwortlich für das, was seiner Obhut untersteht. Jeder von euch ist also ein Beschützer und verantwortlich für das, was ihm anvertraut wurde. [Bukhari, Muslim]
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Entschuldigungen für andere Muslime finden.
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Niemand liebt es mehr, eine Entschuldigung anzunehmen, als Allah, und aus diesem Grund sandte er die Überbringer guter Nachrichten und die Warner. [Bukhari, Muslim]
Wenn Allah, der frei von allen Unvollkommenheiten ist, Entschuldigungen gewährt, wie kannst du dann, o Diener Allahs, eine schwache Schöpfung von Ihm, nicht versuchen, Entschuldigungen für andere zu finden? Ebenso gibt es das Sprichwort: Die Gläubigen suchen nach Entschuldigungen für andere, während die Heuchler auf den Untergang anderer hoffen.
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Keinen Neid hegen
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Es soll keinen Neid geben, außer in Bezug auf zwei Dinge: Einem Mann, dem Allah Reichtum gegeben hat, den er bemüht ist, auf rechtschaffene Weise auszugeben, und einem Mann, dem Allah Weisheit (d.h. das Verständnis des Korans) gegeben hat und der danach handelt und sie anderen lehrt. [Bukhari]
Neid ist eine gefährliche Krankheit und ein schädliches Übel, das zu vielen Sünden führt. Wenn wir etwas bei anderen sehen, was wir selber haben möchten oder was wir bestaunen, sollten wir "MaschaAllah" sagen ("was Allah will"), und so dem bösen Auge und dem Neid vorbeugen.
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Die Frömmigkeit des Muslims
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Das, was erlaubt ist, ist klar, und das, was verboten ist, ist klar, und dazwischen liegen zweifelhafte Angelegenheiten, über die viele Menschen keine Kenntnis haben. Wer also zweifelhafte Angelegenheiten meidet, rettet seine Religion und seine Ehre, und wer in zweifelhafte Angelegenheiten gerät, gerät in das Verbotene. So wie ein Hirte, der (seine Schafe) in der Nähe einer privaten Weide (eines anderen) weidet, und dann auf diese Weide gerät. Jeder König hat sein privates Revier. Die Reviere Allahs sind die Dinge, die Er verboten hat. In der Tat gibt es ein Stück Fleisch im Körper, das, wenn es gut ist, den ganzen Körper gut macht, aber wenn es verdorben ist, dann ist der ganze Körper verdorben. Es ist das Herz. [Bukhari]
Sich fernhalten von zweifelhaften Dingen ist eines der Zeichen für die Frömmigkeit eines Muslims.
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Wissen um des Wissens willen
Allah wird die unter euch, die gläubig sind, und die, denen Wissen gegeben wurde, um Rangstufen erhöhen. (Mudschadala 15)
Wissen besitzt einen erhabenen Status im Islam, und so auch der Wissende über den fleißigen, aber unwissenden, Anbeter. Allerdings muss Wissen rein wegen Allah gesucht und weitergegeben werden.
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Erwerbt kein Wissen, um mit den Gelehrten zu konkurrieren, noch um mit den Unwissenden zu streiten, noch um die Versammlungen zu beherrschen. Denn wer das tut, dem droht das Feuer! Das Feuer! [Ibn Majah]
Abdullah ibn Mas'ud (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihm) soll gesagt haben:
Wie wird es euch gehen, wenn ihr von einer Prüfung heimgesucht werdet, in der die Jungen erwachsen werden und die Alten gebrechlich werden? Wenn etwas davon aufgegeben wird, wird gesagt: Die Sunna wurde aufgegeben. Es wurde gesagt: Wann wird das geschehen, o Abu Abdur Rahman? Er sagte: Wenn eure Gelehrten sterben und die Unwissenden unter euch zahlreich werden; wenn es unter euch viele Rezitatoren gibt, aber nur wenige, die die Religion verstehen; wenn es viele Führer gibt, aber nur wenige, die vertrauenswürdig sind; wenn diese Welt mit Taten des Jenseits angestrebt wird; und wenn Wissen für andere Zwecke als die Religion gesucht wird. [Darimi, Hakim]
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Der Gläubige ist ein Spiegel für seinen Bruder
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Der Gläubige ist ein Spiegel für den Gläubigen, und der Gläubige ist der Bruder des Gläubigen. Er bewahrt sein Eigentum für ihn und verteidigt ihn von hinten. [Bukhari]
Es ist gemeinhin so, dass wenn wir etwas Schlechtes bei unserem Bruder sehen, dieses Schlechte auch bei uns zu finden ist.
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Der Kampf des Muslims
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wahrlich, mein Herr hat mir befohlen, euch das zu lehren, was ihr nicht wisst, von dem, was Er mir heute gelehrt hat: "Der Reichtum, den ich einem Diener gewähre, ist für ihn ganz und gar rechtmäßig, und ich habe alle meine Diener mit einer natürlichen Neigung zum wahren Weg geschaffen, aber die Teufel kamen zu ihnen und wandten sie von ihrer Religion ab, und sie verboten ihnen das, was ich ihnen rechtmäßig gemacht habe, und sie befahlen ihnen, mir in der Anbetung das beizugesellen, wofür ich keine Vollmacht herabgesandt habe." Allah schaute auf die Menschen auf der Erde und hasste sie, die Araber und die Nicht-Araber, mit Ausnahme einiger Überbleibsel des Volkes der Schrift, und Er sprach: "Ich habe euch nur gesandt, um euch zu prüfen und andere durch euch zu prüfen, und Ich habe euch ein Buch herabgesandt, das nicht durch Wasser weggewaschen werden kann, das ihr behalten und rezitieren werdet, während ihr schlaft und während ihr wach seid." Allah befahl mir, die Quraisch zu vernichten, also sagte ich: "O mein Herr, sie würden mir den Kopf zerbrechen, wie man Brot bricht." Da sprach Er: "Vertreibe sie, wie sie dich vertrieben haben, und bekämpfe sie, und Wir werden dir helfen, und gib aus, und Wir werden für dich sorgen. Sende eine Armee, und Wir werden fünf weitere wie diese senden. Kämpfe mit denen, die dir ungehorsam sind. Die Bewohner des Paradieses sind drei: Der gerechte Herrscher, der für wohltätige Zwecke spendet und dazu geleitet wird, Gutes zu tun; ein Mann, der barmherzig und gütig gegenüber allen Verwandten und Muslimen ist; und der Keusche, der nicht bettelt, obwohl er eine Familie zu versorgen hat. Die Menschen des Feuers sind fünf: Der Schwache, der nicht den Willen hat, das Böse zu vermeiden; diejenigen unter euch, die nur Anhänger (anderer) sind und weder nach Familie noch nach Besitz streben; und der Unehrliche, dessen Gier selbst bei kleinen Dingen nicht verborgen bleiben kann; und ein Mann, der euch morgens und abends in Bezug auf eure Familie und euren Besitz verrät (Er erwähnte auch Geiz oder Lügen) und der Mensch mit schlechten Manieren und üblem Sprachgebrauch. [Muslim]
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Das Gedenken Allahs
Allah, der Erhabene, sagt:
Und wenn dich vom Satan eine Eingebung aufstachelt, dann suche Schutz bei Allah, denn Er ist ja Allhörend und Allwissend. Diejenigen, die gottesfürchtig sind, - wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig. [al-Araf 200, 201]
Der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
...und ich befehle euch, Allah oft zu erwähnen, und das ist so, als würde ein Mann von Feinden verfolgt, bis er zu einer Festung kommt und sich darin schützt. Ebenso verhält es sich mit dem Diener, denn er schützt sich nur durch das Gedenken Allahs, des Mächtigen und Majestätischen, vor Satan. [Tirmidhi]
Wenn ein Muslim sich an seinen Herrn erinnert, versetzt ihn dies in eine Position der Sicherheit und des Schutzes, die Satan nicht überwinden kann. Dies bewahrt ihn vor vielen Sünden und zahlreichen negativen Eigenschaften.
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Das Gebet (ad-Dua) ist Anbetung. Euer Herr, der Mächtige und Majestätische, sagte: "Ruft Mich an - Ich werde eurem Ruf antworten." [al-Ghafir]
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Der Muslim hütet seine Zunge
Allah ermahnt uns:
O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiss, manche Mutmaßung ist Sünde. Und sucht nicht (andere) auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig. [al-Hugurat 12]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wisst ihr, was Verleumdung (al-'Adh) ist? Sie sagten: Allah und sein Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) wissen es am besten. Er sagte: Die Worte einiger Menschen an andere weiterzugeben, um Unfrieden zwischen ihnen zu stiften. [Bukhari, Bayhaqi]
Wer sich einsetzt und eine der von Allah, dem Mächtigen und Majestätischen, vorgeschriebenen Strafen verhindert, der hat sich Allah in Bezug auf Seine Befehle widersetzt. Wer mit einer Schuld stirbt, wird diese nicht mit Dinaren und Dirham zurückzahlen, sondern mit guten und schlechten Taten. Wer um etwas streitet, von dem er weiß, dass es falsch ist, bleibt im Zorn Allahs, bis er davon Abstand nimmt. Wer einen Gläubigen einer Unwahrheit bezichtigt, den wird Allah in dem Eiter wohnen lassen, der aus den Bewohnern des Feuers fließt, und er wird nicht davon wegkommen, bis er seine Worte zurücknimmt. [Ahmad]
Der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll auch gesagt haben, dass der Verleumder das Paradies nicht betreten würde. Üble Nachrede und Verleumdung zerstören also die guten Taten eines Menschen, zerstören die Brüderlichkeit und zerstören den Lohn eines Menschen.
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Der Muslim mischt sich nicht in Angelegenheiten ein, die ihn nichts angehen
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Zur Vollkommenheit des Islam eines Menschen gehört, dass er sich aus Dingen heraushält, die ihn nichts angehen. [Tirmidhi]
Er hält sich also an seine Grenzen und hält seine Neugier im Zaum.
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Sauberkeit
Und Gott liebt die, die sich reinigen. [At-Taubah 108, al-Baqarah 222 etc.]
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und wascht (wischt) eure Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustande der Unreinheit seid, so reinigt euch. [Al-Maidah 6]
Sauberkeit, sowohl innerlich als äusserlich, ist eine unverzichtbare Eigenschaft, wie uns der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) gesagt hat:
Sauberkeit ist die Hälfte des Glaubens.[Muslim]
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Eine Zeit für dies und eine Zeit für das
Hanzalah al-Usayidi (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihm) soll berichtet haben:
Abu Bakr traf mich und fragte: Wie geht es dir, o Hanzalah? Ich antwortete: Hanzalah ist der Heuchelei schuldig! Er sagte: Allah ist frei und fern von allen Mängeln! Was sagst du da? Ich sagte: Wenn wir bei Allahs Gesandtem (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) sind und er uns an das Feuer und das Paradies erinnert, ist es, als würden wir es mit unseren eigenen Augen sehen. Wenn wir dann von Allahs Gesandtem (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) weggehen und uns um unsere Frauen, unsere Kinder und unsere Geschäfte kümmern, geht uns vieles davon wieder aus dem Kopf. Abu Bakr sagte: Bei Allah, uns geht es genauso. Also ging ich mit Abu Bakr, bis wir zu Allahs Gesandtem (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) kamen. Ich sagte: Hanzalah ist der Heuchelei schuldig, o Gesandter Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) Da sagte Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil): Und wie kommt das? Ich sagte: Wenn wir bei dir sind, erinnerst du uns an das Feuer und das Paradies, und es ist, als würden wir es mit unseren eigenen Augen sehen. Wenn wir dann von dir weggehen und uns um unsere Frauen, unsere Kinder und unsere Geschäfte kümmern, geht uns vieles davon aus dem Gedächtnis. Da sagte Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil): Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, wenn ihr ständig so bliebet, wie ihr seid, wenn ihr bei mir seid und euch (Allahs) erinnert, dann würden die Engel euch auf euren Betten und auf euren Wegen die Hand reichen. Aber o Hanzalah, (es gibt) eine Zeit für dies und eine Zeit für das, (es gibt) eine Zeit für dies und eine Zeit für das, (es gibt) eine Zeit für dies und eine Zeit für das. [Muslim]
Wir müssen uns auch mit weltlichen Angelegenheiten befassen, und die Familie hat ebenfalls ein Anrecht auf uns. Die meisten von uns können auch nicht ständig an die Hölle und die ganze herrschende Fitnah denken, ohne depressiv zu werden oder die Lebenslust zu verlieren. Wir brauchen einen gewissen Ausgleich, der aber nicht zu Gottvergessenheit führen darf.
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Er nimmt Sünden nicht auf die leichte Schulter
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Hütet euch vor Sünden, die als geringfügig angesehen werden, so wie ein Volk, das in der Mitte eines Tals lagert, und jemand einen Holzscheit bringt und ein anderer einen Holzscheit, bis sie schließlich in der Lage sind, ihr Brot zu backen. Ebenso werden Sünden, die als geringfügig angesehen werden und für die der Mensch zur Rechenschaft gezogen wird, ihn zerstören. [Ahmad]
Es ist so, wie der edle Gefährte 'Abdullah ibn Mas'ud (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihm) gesagt haben soll:
Der Gläubige sieht seine Sünden, als säße er unter einem Berg, von dem er befürchtet, dass er auf ihn fallen könnte, während der Gottlose seine Sünden sieht wie ein Mann, der eine Fliege auf seiner Nase sitzen sieht, und dann dies tut (einer der Erzähler sagte: Er wischt sie von seiner Nase weg). [Bukhari]
Die Sünden, die ignoriert werden, führen zu Zerstörung, indem sie den Glauben und die Furcht vor Allah aus den Herzen entfernen. Der Muslim sollte die Sünde deswegen nicht als groß oder klein betrachten, sondern vielmehr sollte er sie im Hinblick auf denjenigen betrachten, dem er ungehorsam ist, und Ihn fürchten.
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Der Muslim begeht keine Unterdrückung
Allah warnt uns:
Er lässt, wen Er will, in Seine Barmherzigkeit eingehen. Und den Unterdrückern hat Er schmerzhafte Strafe bereitet. [al-Insan 31]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Hütet euch vor Unterdrückung, denn am Tag der Auferstehung wird Unterdrückung Dunkelheit sein, und hütet euch vor Habgier, denn Habgier hat diejenigen zerstört, die vor euch kamen. Sie hat sie dazu gebracht, Blut zu vergießen und das, was ihnen verboten war, für rechtmäßig zu erklären. [Muslim]
Es gibt zwei Arten von Unterdrückung: Die eigene Seele unterdrücken und also Sünden begehen, oder andere unterdrücken und ihnen ihre Rechte nehmen.
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Freiheit (von der Welt und ihren Geschöpfen)
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Jibril kam zu mir und sagte: O Muhammad! Lebe, wie du willst, denn du wirst sicherlich sterben; liebe, wen du willst, denn du wirst ihn sicherlich verlassen müssen; handle, wie du willst, denn du wirst sicherlich dafür belohnt werden. Wisse, dass die Vorzüglichkeit des Gläubigen darin besteht, dass er in der Nacht betet, und seine Ehre darin, dass er ohne Abhängigkeit von anderen Menschen auskommt. [Hakim]
Der Mensch, der an dieser Welt hängt, ist arm in Bezug auf seine Religion und seinen Verstand. Er erkennt nicht, dass in dieser Welt wenig Gutes liegt, außer sie für das Jenseits zu nutzen.
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Zwei hungrige Wölfe, die unter Schafe gelassen werden, fügen ihnen nicht mehr Schaden zu als ein Mensch, der nach Reichtum und Status strebt, seiner Religion zufügt. [Ahmad]
Abu Umamah Iyas ibn Tha'labah (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihm) soll berichtet haben:
Die Gefährten des Gesandten Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) erwähnten eines Tages in seiner Gegenwart diese Welt, woraufhin der Gesandte Allahs (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) sagte: Wollt ihr nicht hören, wollt ihr nicht hören! Das Tragen alter Kleidung ist Teil des Glaubens, das Tragen alter Kleidung ist Teil des Glaubens! [Abu Dawud]
Zuhd (Enthaltsamkeit) bedeutet, dieser Welt wenig Beachtung zu schenken, seine Armut und Not vor Allah zu bekunden, die Diener Allahs freundlich und sanft zu behandeln, keine verschwenderischen Ausgaben für Kleidung, Essen und Trinken zu tätigen, und Ruhm zu meiden. Ein Zeichen der Losgelöstheit von dieser Welt ist, dass der Gläubige immer mehr die materielle Unterscheidung aufgibt, und er alles danach kategorisiert, inwiefern es Nutzen für die nächste Welt bringt.
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Gute Taten
Allah, der Erhabene, verspricht:
… die glauben und rechtschaffene Werke tun; für sie wird es einen Lohn geben, der nicht aufhört. [al-Insiqaq 25]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Almosen (sadaqah) sind jeden Tag, an dem die Sonne aufgeht, von jedem Glied eines Menschen zu geben. Gerechtigkeit zwischen zwei Menschen zu üben ist eine gute Tat; und einem Mann zu helfen, auf sein Reittier zu steigen oder sein Gepäck darauf zu heben, ist eine gute Tat; ein gutes Wort ist eine gute Tat; und jeder Schritt, den du zum Gebet machst, ist eine gute Tat; und das Entfernen von Hindernissen von der Straße ist eine gute Tat. [Bukhari]
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Wie der Muslim mit Menschen umgeht
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Die schlimmsten Menschen vor Allah am Tag der Auferstehung sind diejenigen, die von den Menschen verlassen oder im Stich gelassen werden, um sich vor ihren bösen Worten zu schützen. [Bukhari]
Ein Muslim schadet anderen Menschen nicht, sowohl mit Taten als auch Gerede, sondern bringt im Gegenteil Nutzen. Er übersieht die Fehler anderer und bevorzugt sie vor sich selber. Er geht den Armen nicht aus dem Weg und sucht nicht die Reichen und Mächtigen, oder versucht, ihnen zu gefallen. Er ist großzügig und großherzig, und er fürchtet Allah und nicht Seine Geschöpfe.
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Brüder besuchen
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Ein Mann machte sich auf den Weg, um einen Bruder von ihm in einem anderen Dorf zu besuchen, also ließ Allah, der Allerhöchste, einen Engel auf der Straße auf ihn warten. Als der Engel zu ihm kam, sagte er: "Wohin gehst du?" Er antwortete: "Ich gehe einen Bruder in diesem Dorf besuchen." Der Engel fragte: "Hast du etwas für ihn getan, wofür du eine Gegenleistung erwartest?" Er antwortete: "Nein, ich liebe ihn nur um Allahs willen." Der Engel sagte: "Dann bin ich von Allah zu dir gesandt worden, um dir mitzuteilen, dass Allah, der Mächtige und Majestätische, dich liebt, so wie du um Seinetwillen geliebt hast." [Muslim]
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Der Muslim kennt seinen eigenen Wert
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wahrlich, dem falschen Messias werden Jahre der Täuschung vorausgehen, in denen die Wahrhaftigen belogen werden, den Lügnern geglaubt wird, die Vertrauenswürdigen in Verruf gebracht werden, den Verrätern vertraut wird und die Schändlichen sprechen. [Ahmad, Ibn Majah]
Auch wenn die Welt verächtlich auf einen hinabschaut, der Muslim gibt nicht dem Zeitgeist nach sondern folgt der Wahrheit, was immer auch andere Leute von einem denken mögen.
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Der Muslim hofft Gutes für sich selbst und seine Brüder
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Ein Mann sagte: Bei Allah, Allah wird diesem und jenem nicht vergeben. Da sprach Allah, der Allerhöchste: Wer ist es, der bei Mir schwört, dass Ich diesem und jenem nicht vergeben werde, denn Ich habe diesem und jenem vergeben und deine Taten zunichte gemacht. [Muslim]
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Das Gute gebieten und das Böse verbieten
Der weise Luqman unterweist im Qur'an seinen Sohn:
O mein lieber Sohn, verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich trifft. Gewiss, dies gehört zur Entschlossenheit (in der Handhabung) der Angelegenheiten. [Luqman 17]
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Bezeugt für den, der Gutes tut, dass er Gutes tut, und für den, der Böses tut, dass er Böses tut. [Baihaqi]
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Vorsichtig sein, um Feindseligkeit und Zwietracht zu vermeiden
Allahs Gesandter (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) soll gesagt haben:
Wahrlich, Satan hat die Hoffnung aufgegeben, dass diejenigen, die beten, ihn auf der arabischen Halbinsel anbeten, aber er versucht, Feindseligkeit zwischen ihnen zu schüren. [Muslim]
Vielleicht entfährt jemandem ein unachtsames Wort, und es verletzt einen der Diener Allahs, oder er begeht einen Fehler, der vielleicht ein großes Feuer in den Herzen der Brüder entfacht. Das ist es, was Satan am meisten begehrt.
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