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Rubrik: Ruqyah
Autor: tauhid.net

Die nötige Geduld bei der Behandlung

Der Schlüssel zu Ruqyah ist Geduld und Konsistenz. Viele Leute sagen, „es funktioniert nicht!" Für die meisten von ihnen ist das Problem einfach ein Mangel an Geduld, speziell ein Mangel an Konsistenz und eine falsche Erwartungshaltung. Dies ist ein Fehler, den viele Menschen machen. Sie denken, dass, weil sie das Richtige tun, das Problem in einer bestimmten Zeit weggehen sollte.

Wenn ein Arzt einem gesagt hat, dass man Krebs hat, würde man dann nach der ersten Chemotherapie sagen: „Warum bin ich jetzt nicht geheilt?" Nein, weil man erwarten würde, dass es ein Jahr dauerte, vielleicht sogar zwei Jahre, bis der Krebs völlig geheilt wird.

Es ist ein Krieg zwischen einem selbst und einer Armee der Satane. Dieser Krieg wird aus vielen Schlachten bestehen, von denen man einige gewinnt, aber von denen man einige verlieren wird. All dies folgt der Weisheit Allahs.

Der Prophet s.a.w. bekämpfte seine Feinde über 20 Jahre lang, bis Allah s.w.t. ihm den Sieg gab, obwohl er der vollkommenste Mensch im Glauben war, derjenige, dessen Du'a beantwortet wurde, derjenige, der frei von größeren Sünden war, und dessen vergangene und zukünftige Sünden vergeben wurden. Trotzdem hatte Allah s.w.t. beschlossen, ihn und die Gläubigen über 20 Jahre kämpfen zu lassen, bevor die Menschen in den Islam eintraten.

Allah hat uns im Qur'an das Folgende gesagt:

Und seid nicht verzagt und traurig; ihr werdet siegen, wenn ihr gläubig seid. Wenn euch eine Härte getroffen hat, so hat eine Härte gleich schon andere Leute getroffen. Und diese Tage (des Sieges und der Niederlage) lassen Wir wechseln unter den Menschen, damit Allah die Gläubigen erkennt und Sich aus euch Zeugen erwählt. Und Allah liebt die Ungerechten nicht. Und damit Allah die Gläubigen läutert und die Ungläubigen dahinschwinden lässt. Oder meint ihr, in das Paradies einzugehen, ohne dass Allah diejenigen erkennt, die unter euch gekämpft haben, und (ohne) dass Er die Geduldigen erkennt? [Ali Imran 139-142]

Allah prüft unseren Glauben mit vielen Dingen, aber niemals bürdet er uns eine Prüfung auf, die wir nicht bestehen können. Und wenn wir Geduld haben, werden die Prüfungen gut für uns sein und uns reinigen.

„Wem Allah Gutes wünscht, den prüft Er.“ [Buchari]

„Wahrlich, wenn Allah Leute liebt, lässt er sie durch Prüfungen gehen. Wer damit zufrieden ist, für ihn ist Zufriedenheit, und wer zornig wird, für ihn ist Zorn.“ [Tirmidhi]

Es kann auch sein, dass die Waffe an sich zwar gut ist, aber der Arm, der die Waffe hält, schwach ist; oder der Arm zwar stark ist, aber das Ziel schlecht anvisiert wurde. Nur wenn die Waffe gut ist, der Arm, der sie benutzt, stark ist, und das Ziel gut getroffen wird, wird sich die volle Wirkung entfalten. Aus diesem Grund sollte man selbstkritisch sein und sich fragen, ob die eigenen Sünden vielleicht der Grund sind, warum die Hilfe von Allah s.w.t. verzögert ist, und man sollte sich ständig verbessern. Diese Selbstreflexion und Selbstkritik ist bis zu einem gewissen Punkt gesund, aber es ist nicht gesund, wenn es einen dazu bringt, an der Hilfe Allahs zu verzweifeln.

„O meine Söhne, zieht aus und forscht nach Yusuf und seinem Bruder und verzweifelt nicht an Allahs Erbarmen; denn an Allahs Erbarmen verzweifelt nur das ungläubige Volk." [Yusuf 87]

Man stelle sicher, dass man entweder alles Empfohlene tut oder gar übertrifft, und dann sollte man geduldig sein und erwarten, dass die Hilfe von Allah kommen wird.

Ruqyah kann nur als erfolgreich beurteilt werden, wenn der Patient keine weiteren Symptome zeigt und mit einer vollständigen Erleichterung von dem Problem gesegnet worden ist. Das ist etwas, was in der Regel in Phasen geschieht, und jede Phase hat ihre eigenen Herausforderungen. In gewisser Hinsicht ist die letzte Phase der Behandlung, wenn der Patient sich besser fühlt, eine der wichtigsten Zeiten und eine, in der die Leute die meisten Fehler machen. Es gibt einige wichtige Punkte zu berücksichtigen, wenn man sich dem Ende der Behandlung nähert:

  • Man soll nicht frühzeitig mit Ruqyah aufhören. Dies ist der Fehler Nr. 1, den die Leute machen. Nach Abklingen der Symptome sollte man noch einen kompletten Monat Ruqyah machen, bei der gleichen Intensität wie vorher. Dies wird einen mit der Gnade Allahs vor vielen Fehlern bewahren, wie z.B. dass der Dschinn einen glauben machen will, er wäre gegangen; oder einer ist tatsächlich gegangen, aber ein anderer, der latent vorhanden war, wird aktiv. Es gibt auch viele Fälle, wo der Dschinn nach dem Verlassen wieder zurückkehren will, und Fälle, in denen die Person z.B. mit dem böse Auge geplagt wurde, was zu einem Befall mit Dschinn führte, und nachdem der Dschinn verschwand, die Wirkungen des vorherigen Leidens bleiben. Eine Menge Leute hören mit Ruqyah auf, wenn sie sich 90% besser fühlen, weil sie denken, das ist gut genug. Das Übel hat dann die Chance, wieder zu wachsen und aufzublühen. Wenn man Krebs hat, würde man sich nicht mit 90% zufrieden geben, weil man weiß, dass die 10% das Potenzial haben, wieder zu wachsen. Das Ziel muss immer 100% sein.
  • Verschiedene Phasen bedeuten verschiedene Angriffsarten des Satans. Wenn sich eine Tür für den Satan schließt, wird er versuchen, einfach auf eine andere Methode überzugehen. So könnte es sein, dass die Schüttelanfälle aufhören, aber Flüstern und Verwirrung zunehmen. Dann hört das Flüstern auf, aber Faulheit im Gebet tritt ein. Der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung ist, konstant und geduldig bleiben bei der Bewältigung des Problems und nötigenfalls Anpassung an die Veränderungen, die geschehen, wie zum Beispiel das Hinzufügen der Maßnahmen gegen Waswasah, sollte das Flüstern einsetzen.
  • Selbst wenn das Problem schließlich weg ist, bleibt die Person anfällig. Man kann das mit einem medizinischen Patienten vergleichen, der gerade eine große Operation durchgemacht hat. Nach erfolgreicher Operation ist man immer noch anfällig für Krankheit und Infektion. Aus diesem Grund muss man äußerst aufmerksam sein, wenn man mit Ruqyah aufhört, um sich vor weiteren Problemen zu schützen. Man sollte bereit sein, die Behandlung bei ersten Anzeichen eines Rückfalls wieder aufzunehmen.
  • Es mag sogar sein, dass es besser ist, wenn das Problem bestehen bleibt, allerdings nur, wenn man die nötige Geduld hat:
    Atha bin Rabah r.a. berichtete über Abdullah bin Abbas r.a., der auf eine schwarze Frau hinwies, der das Paradies versprochen war (Ummu Zuffar r.a.). Er erzählte, dass die besagte Frau einst zum Propheten s.a.w. kam und sagte: „Ich leide an der Krankheit Ayan (epileptische Anfälle), und jedes Mal, wenn ich die Krämpfe bekomme, verliere ich das Bewusstsein, wobei man manchmal meine Blöße sieht. Bete zu Allah, auf dass ich geheilt werde.“ Der Gesandte Allahs s.a.w. sagte: „Wenn du geduldig sein willst, wirst du ins Paradies kommen. Wenn du geheilt sein willst, werde ich zu Allah beten.“ Die Frau antwortete: Ich werde Geduld haben. Aber bete, dass ich nicht entblößt werde, wenn ich mein Bewusstsein verliere.“ Und der Gesandte Allahs s.a.w. betete für sie. [Bukhâri 5652]

Glaube und Geduld sind die Schlüssel zum Paradies, und wer Geduld hat, wird inshaAllah Erfolg haben.

… diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen. [Al-Baqarah 177]

0 die ihr glaubt, geduldet euch, haltet standhaft aus, seid kampfbereit und fürchtet Allah, auf dass es euch wohl ergehen möge! [Ali Imran 200]

O ihr, die ihr glaubt, sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet; wahrlich Allah ist mit den Geduldigen.
[al-Baqarah 153]

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weiter zu:

Die Behandlung durch einen Raqi
Der Heiler sollte einen guten Charakter haben und eine vorbildliche Lebensweise. Zum Heilen braucht er Ikhlas (Aufrichtigkeit), richtige Aqidah (Glaubenslehre), muss dem Vorbild des Propheten s.a.w. folgen, muss Gottesfurcht haben, vorbildlich im Gottesdienst sein, sich von Verbotenem fernhalten, Erfahrung haben, konstant im Gottgedenken sein und Geduld haben.

Ruqyah - Islamischer Exorzismus

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