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Sihr (Magie)

Magie ist eine Form der Teufelsverehrung, bei der die Menschen Satan rituelle Opfer bringen, damit die Dschinn „übernatürliche Dinge“ für sie tun, in erster Linie anderen Menschen schaden. Allah verspricht Menschen, die die „Service-Leistungen“ der Dschinn in Anspruch nehmen, die Hölle [Al-Anam 128].

Magie kann man im Grunde für fast alles benutzen, aber sie wird meist dazu benutzt um:

•  Sich an jemanden zu rächen.

•  Um jemanden zu schaden, den man beneidet oder auf den man eifersüchtig ist.

•  Um sich unrechtmäßigen Besitz anzueignen.

•  Um sich eine Frau (oder auch einen Mann) ins Bett zu holen.

•  Um Macht oder Erfolg zu erlangen.

Die Opfer, die ein Magier leisten muss, sind gemeinhin Zeichen des Unglaubens. Er muss oft sehr demütigende und schmutzige Dinge tun, die wir hier gar nicht auflisten wollen. Je größer die Opfer, desto größer die „Dienstleistungen“, die die Satane für ihn leisten. Tiere opfern, die dann irgendwo hingeworfen werden, sind gut genug für „normale Jobs“. Menschenopfer sind der Gipfel des Unglaubens und das beste „Zahlungsmittel“.

Es gibt allerdings auch Formen von Magie, wo es keine offenen Formen der Satansanbetung gibt und Islam sogar als Camouflage benutzt wird. Dies findet man häufig z.B. bei Kampfsportarten wie Pencak Silat oder Selbstverteidigungstechniken wie Budi Suci, bei denen man ebenfalls mit Händen heilt. Diese Art von „innerer Kraft“ oder „inneren Wissens“ ( ilmu batin ) arbeitet auch mit Dschinn, aber anstatt offensichtlicher Blasphemie wird stattdessen „Bid'ah“ (innovative Praktiken) verwendet, die der Sunnah des Propheten s.a.w. entgegenstehen.

Im Anhang findet man einen Artikel über meine eigenen Erfahrungen mit ilmu batin (Erlebnisse auf Sumatra).

In anderen Religionen ist die Satansanbetung ebenfalls subtiler. Auch dazu gibt es noch ein Kapitel im Anhang (Dschinn in anderen Religionen und Kulturen).

Entweder benutzt der Magier einen Dschinn, dem er einen Auftrag erteilt, oder er benutzt magisches Gift, oder beides, z.B. indem der Dschinn das Gift in den Körper des Opfers einschleust. Auch Gegenstände können verhext werden, z.B. ein Auto, mit dem man dann immer Pannen oder sogar Unfälle hat. Oder ein Geschäft, wo dann die Kunden ausbleiben oder endlose Streitereien ausbrechen.

Hier werden kurz die gängigsten Formen von Sihr vorgestellt.

Sihr Tafriq

Diese Magie wird benutzt, um Leute zu entzweien und sie streiten zu lassen. Im Koran wird speziell die Beziehung zwischen Eheleuten genannt, aber die Magie kann jegliche Beziehung belasten oder gar zerstören.

Sihr Mahabbah

Diese Magie wird dazu benutzt, um „Liebe“ für jemanden zu erwecken und das Opfer gefügig zu machen.

Sihr Khumul / Junuun

Bei dieser Magie wird das Opfer in den Wahnsinn getrieben. Der Dschinn attackiert das Gehirn.

Sihr Hawatif

Diese Magie wird benutzt, um jemanden ein Flüstern in den Kopf zu setzen, entweder um ihn einfach nur irre zu machen, oder um ihn zu etwas zu bewegen, vielleicht sogar, Selbstmord zu begehen (Siehe Amoklauf in Düsseldorf im Vorowort).

Sihr Jilb at-Tahyil

Diese Magie ist ähnlich wie Sihr Mahabbah. Das Opfer wird zum Haus des Magiers gebracht und dort missbraucht.

Sihr Ta'til az-Zawwaaj

Diese Magie wird benutzt, um jemanden daran zu hindern, ein Verhältnis mit jemanden einzugehen, z.B. zu heiraten. Entweder man sieht den Zukünftigen plötzlich in einem sehr negativen Licht, sodass man ihn nicht mehr heiraten will, oder irgendetwas kommt ständig zwischen die Heirat.

Sihr Maridh

Diese Magie wird benutzt, um jemanden krank zu machen. Es kann fast jede Krankheit verursacht werden. Der Dschinn geht normalerweise ins Gehirn und schädigt die entsprechenden Nerven.

Sihr Nadzif

Diese Magie lässt die Monatsblutung der Frau verlängern, sodass die Frau ständig blutet, was auch zu Frühgeburt führen kann.

Sihr Rabth

Diese Magie zielt auf die Geschlechtsorgane der Ehepartner, sodass ihr Liebesleben derart gestört wird, dass es oft zu Scheidungen kommt.

Sihr ‘Adamul Injab

Diese Magie wird benutzt, damit die Frau oder der Mann keine Kinder bekommen kann, wie die Juden es androhten, sie würden die Muhajirien verhexen, damit sie keine Nachkommen bekämen.

Verhexung kündigt sich oft im Traum an, wo man z.B. gebissen wird, von großen Höhen fällt oder verletzt wird. Oft sieht man sogar die Person, die einem schadet.

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Verschiedene Arten der Übermittlung

Wir können die Übermittlungswege der Magie in vier Typen aufteilen: gegessene, auf sie getretene, in den Körper gelegte und auf Distanz gemachte.

Gegessene Magie wird in 95% der Fälle Verdauungsprobleme hervorrufen: Magen- oder Darmprobleme begleitet womöglich von Übelkeit und Erbrechen. Diese Schwierigkeiten sind normalerweise dauerhaft, manchmal bestehen sie auch nur für kurze Zeit und verschwinden dann wieder.

Wenn eine Person unter diesen Magenproblemen leidet und weitere Symptome hat wie bereits zuvor beschrieben, kann er fast sicher sein, dass er ein Opfer von gegessener Magie ist.

Auf sie getretene Magie ist oft zufällig: Es lag dort aus irgendeinem Grund, und man trat darauf. Sie hat vor allem Auswirkungen auf die Haut: Wunden, Ekzeme (auch Psoriasis) und Druckstellen am Körper und meist auf den Beinen; manchmal an wechselnden Orten und medizinisch unerklärbar. Es kann auch dazu führen, dass Haare ausfallen, oder zu Schwäche in den Beinen.

Diese Magie wird für jemanden, für die sie nicht bestimmt war, nur die physische Wirkung haben. Sie wird normalerweise vor das Haus des Opfers gelegt. Tritt das anvisierte Opfer auf diese Magie, entfaltet sie die volle Wirkung und generiert nicht nur Hautprobleme sondern auch andere Probleme aller Art.

In den Körper geschleuste Magie wird durch Dschinn eingeschleust. Der Zauberer benutzt sie, um die Magie an den Platz zu schicken, wo sie Schmerzen und Funktionsstörungen hervorrufen soll. Zum Beispiel wird bei einer Frau die Magie in die Eierstöcke gesetzt, damit sie keine Kinder bekommen kann, oder in die Hoden des Mannes, damit er impotent wird. Oder die Magie soll einfach nur verhindern, dass der gesandte Dschinn nicht wieder aus dem Körper vertrieben werden kann. Solange man nicht die Magie zusammen mit dem Dschinn behandelt, wird das Ruqyah wirkungslos sein.

Magie über Distanz ist die klassischste und häufigste Art der Zauberei. Je nach dem, wo das Buhul versteckt ist, hat es unterschiedliche Effekte (Buhul: Die Sache, an der der Zauber gebunden ist. Ich benutze hier den indonesischen Namen und nicht Ta'wies, weil es beim Ta'wies Meinungsverschiedenheiten gibt. Siehe dazu auch den Artikel im Anhang „Sind Ta'wies erlaubt?“):

•  Wird es an einen hohen Platz gehängt, wird es die Person dominieren und umhüllen, und was immer die Person tut, er dreht sich nur im Kreis und kehrt immer wieder zum gleichen Punkt zurück. Oder er lebt in einer abgehobenen, imaginären Welt, die z.B. von Zweifeln, Angst, Unentschlossenheit und Stimmungsänderung beherrscht wird. Es kann auch schwere Kopfschmerzen verursachen oder ihn träumen lassen, er stiege an hohe Orte oder falle von großen Höhen.

•  In der Erde vergraben, saugt es die Kraft und die Energie aus einer Person, was unruhigen Schlaf verursacht und der Person einen deprimierten Blick und die Mentalität eines Verlierers gibt.

•  In einem Friedhof vergraben, wird die Person wie ein Toter, apathisch und depressiv. Er sieht keine Zukunft mehr, lebt von Tag zu Tag, denkt viel über den Tod nach und träumt von toten Menschen oder Gräbern.

•  Ist die Magie in einem Brunnen, bleibt das Opfer „am Boden des Brunnens“ symbolisch gesprochen, z.B. finanziell, und wird niemals herauskommen.

•  Magie mit Kette oder Vorhängeschloss wird die Person anketten, um z.B. sein Geschäft zu behindern. Es kann auch Dschinn an die Person ketten.

•  Knoten werden oft verwendet, um die Kommunikation zu blockieren: Sobald man anfängt zu diskutieren, streitet man. Oder Hindernisse im Leben werden gesetzt, und jedes Mal, wenn man ein Hindernis überwindet, kommt das nächste. Oder „Knoten" im Denken: das Denken stoppt immer an festen Punkten.

•  Puppen werden verwendet, indem Nadeln in sie gesetzt werden, die dann Stiche im Körper der Person verursachen oder Krankheiten hervorrufen. Die Puppe kann auch verbrannt werden, geschnitten werden, begraben werden usw.

•  Alle möglichen anderen Arten, von denen die Zauberer immer neue erfinden: Teer, um die Person finster erscheinen zu lassen, sodass Leute ihn meiden; Fett, um die Person fett werden zu lassen; Eselohren, damit er dumm wird; Hundehaare, damit er gemein und aggressiv wird; Frösche, damit er abstoßend wird und so weiter.

Die oben genannte Magie kann endlos kombiniert werden. Wenn sie nicht behandelt wird, bleibt sie ein Leben lang. Wenn verschiedene Arten von Magie gesandt werden, addieren sich die Effekte. Jemand wirklich Übelwollendes kann also dermaßen viel Magie schicken, dass das Opfer bald die Kontrolle über sich und sein Leben verliert.

Es gibt auch Serien-Magie: Jedesmal, wenn eine Magie erfolgreich behandelt wurde, fängt automatisch die nächste an zu wirken.

Ain (Böses Auge)

Eine Person schaut eine andere neidisch an, woraufhin die andere Person „gebrochen“ wird, z.B. ein fleißiger Student wird plötzlich faul, oder einem erfolgreichen Sportler gelingt nichts mehr. Kinder, und vor allem „süße“ Babys, werden oft von ‘Ain getroffen. Selbst Sachen wie Auto, Geschäft, Haus und andere Sachen können getroffen werden.

‘Ain kann sowohl physische als auch psychische negative Auswirkungen haben, ähnlich derer von Magie und Befall durch Dschinn.

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weiter zu:

Ursachen und Symptome bei Befall durch Dschinn und Magie
Gemeinhin schützt ein religiöses Leben mit fünfmaligem Gebet, Qur'anlesen und dem Befolgen essentieller Sunnah vor dem Befall von Dschinn. Aber in manchen Fällen genügt dies nicht, denn die Ursachen für den Befall von Dschinn sind sehr mannigfaltig...

Ruqyah - Islamischer Exorzismus

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