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Wenn ein Patient die Behandlung verweigert

Manche Leute haben Bekannte oder Verwandte, die augenscheinlich Probleme mit Dschinn oder Magie haben, sich aber nicht helfen lassen wollen, vielleicht weil sie nicht an Ruqyah glauben oder von den Dschinn bereits blockiert sind. Das wirft die Frage auf, ob man den Betroffenen auch ohne deren Wissen oder ohne deren Zustimmung Ruqyah verabreichen kann.

Davon ist dringend abzuraten! Erstmal ist es illegal, und das könnte nicht nur den Patienten in Gefahr bringen, sondern auch den Raqi. Darüber hinaus ist es aus der Sicht von Ruqyah sehr schwer, einen Patienten zu behandeln, der nicht zusammenarbeitet. In solchen Fällen würden wir folgendes raten:

  • Man sollte erkennen, dass Hilfe nur von Allah kommt. Deswegen soll man sich Ihm zuwenden mit viel Du'a, Nachtgebet und dergleichen. Wenn Allah das Herz des Patienten zum Islam wendet und auf die Suche nach der Heilung, die er braucht, gibt es keine Magie, die das aufhalten kann.
  • Man sollte versuchen, ihn zu ermutigen und zu beraten. Wenn er das nicht von einem hören will, dann sollte man schauen, ob jemand anderes mit ihm reden kann, dem er vielleicht lieber zuhört. Die Art und Weise, wie man Menschen überzeugt, ist für jeden Menschen anders, aber manche Leute reagieren gut darauf, herausgefordert zu werden, wenn man ihnen z.B. sagt: „Nun, wenn alles okay mit dir ist, wird es dir ja nichts ausmachen, wenn etwas Qur'an über dich gelesen wird." Manche Menschen reagieren aber schlecht darauf und reagieren besser auf positivere Botschaften und sanfte Ermutigung. Manchmal funktioniert es nicht, Menschen von Ruqyah überzeugen zu wollen, und es ist besser, nur zu empfehlen, mal einen gewissen Raqi zu sehen, und dann dem Raqi die Verantwortung übernehmen zu lassen und die Person von dem zu überzeugen, was getan werden muss.
  • Man beschränke seine Ermutigung nicht auf Ruqyah allein. Der Patient muss höchstwahrscheinlich besser den Islam praktizieren. Ruqyah wird nur begrenzte Wirksamkeit haben bei jemandem, der sich nicht verpflichtet fühlt, die Gebote des Islam ernsthaft zu befolgen. Man sollte erstmal versuchen, einer solchen Person die Religion an sich nahe zu bringen und sie zu überzeugen, zu beten und die anderen grundlegenden islamischen Verpflich-tungen zu erfüllen. Sobald der Patient dies tut, kann man ihn langsam aufbauen und animieren, andere gute Taten zu tun, wie den Qur'an zu rezitieren. Dies wird ihn Allah näher bringen und vermutlich den Wunsch in ihm aufkeimen lassen, sich auf die Suche nach Heilung zu machen. Eventuell müssen auch noch Probleme im Glauben des Patienten ausgeräumt werden, wie Hilfe von jemanden anderen als Allah erhoffen, oder traditionelle / kulturelle Missverständnisse von Islam aufgrund falscher Erziehung und sozialem Umfeld.

Reisen, um einen Raqi zu besuchen

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Zahl der Menschen, die Ruqyah suchen, stark angewachsen ist. Allerdings ist das verzweifelte Suchen nach Hilfe, die oft mit viel Geld und weiten Reisen verbunden ist, sehr problematisch aus folgenden Gründen:

  • Aus der Sicht des Vertrauens auf Allah s.w.t. ist es problematisch, dass eine Person Hunderte von Kilometern reist, um Ruqyah zu suchen.
  • Aus Sicht des Geldes ist es verschwenderisch.
  • Von dem Gesichtspunkt der örtlichen Patienten verstößt sie gegen ihre Rechte und belastet den Ruqyah-Praktizierenden mit einer schwer zu tragenden Last.
  • Die meisten Ruqyah-Fälle sind langfristig und erfordern eine erhebliche Investition an Zeit, die eine reisende Person einfach nicht aufbringen kann.
  • Es führt zu Übertreibung, mit Hunderten von Menschen, die alle zum gleichen Raqi wollen, und sagen: „Reise zu So-und-So, hat er die beste Ruqyah!"

Aus diesen Gründen sollte man nicht in Erwägung ziehen, einen Patienten zu behandeln, der von außerhalb des örtlichen Gebiets anreist, es sei denn, die folgenden Bedingungen wären vorhanden:

  • Der Patient hat bereits ausgiebig versucht, Eigenbehandlung durchzuführen, und hat sich dabei streng an die Anweisungen in diesem Buch gehalten.
  • Der Patient befolgt streng alle wichtigen Schutzmaßnahmen und Sunnahs, vor allem das Pflichtgebet.
  • Der Patient ist ein wirklich ernsthafter Fall, und ist entweder erheblichem Risiko seiner Religion ausgesetzt, oder erleidet einen erheblichen Verlust an Lebensqualität.
  • Der Patient hat kein anderes Familienmitglied, Freund oder Raqi in der Nähe, der ihm helfen könnte.

Ruqyah online

Eine Alternative für denjenigen, der keinen Raqi in seiner Nähe finden kann, ist Ruqyah online, z.B. über Skype oder Viber. Natürlich ist Ruqyah über Skype nicht so effektiv, kann aber durchaus Resultate bringen. Man wird auf dem Internet Webseiten finden, die dies sogar gratis anbieten, oder zumindest die erste Stunde. Man kann es probieren, man hat nichts zu verlieren. Außerdem gibt es natürlich viele Audios, die man sich anhören kann.

Webseiten, die nur rein die Behandlung anbieten, und pro Stunde um die 50 Euro nehmen, die aber weder Informationen und Material zur Selbstbehandlung bereitstellen, noch Gratisbehandlungen für Leute mit wenig Geld, sehe ich mit großer Skepsis. Man sollte im Auge behalten, dass die Behandlung eines Patienten durchschnittlich ca. 5-10 Stunden braucht, oft noch mehr. Wenn man da an den Falschen gerät, schadet das nicht nur sehr dem Portemonnaie, sondern auch dem Glauben und dem Vertrauen ins Ruqyah!

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weiter zu:

Ruqyah-Suren und Verse
Die folgenden Suren und Verse werden bei den Behandlungen in diesem Buch benutzt. Es empfiehlt sich, sie auswendig zu lernen...

Ruqyah - Islamischer Exorzismus

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