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"Moderner Islam"

von Abdullah Bubenheim

Was die sogenannten modernen Muslime betrifft, so bin ich dieser Richtung gegenüber äußerst skeptisch, da ich den Eindruck habe, daß solche Leute zu viele Abstriche vom Islam machen und ihn zu sehr verwässern, nur um ihn den politischen und gesellschaftlichen Umständen im Abendland anzupassen und um von der pluralistischen "freiheitlich-demokratischen" Mehrheitsgesellschaft akzeptiert zu werden, was letztlich unmöglich ist, da Allah, der Erhabene, sagt: "Weder die Juden noch die Christen werden mit dir zufrieden sein, bis du ihrem Glaubensbekenntnis folgst" [Qur'ân, Sûra 2 al-Baqara 120], wobei die heutigen säkularisierten Angehörigen der Offenbarungsreligionen, die ja in Wirklichkeit nicht mehr ihre jeweilige Religion richtig leben und praktizieren, mit den Muslimen erst dann zufrieden sein werden, wenn diese wie sie geworden sind, d.h., wenn sie ihre muslimische Identität abgelegt haben und den Islam nicht mehr oder nur sehr wenig praktizieren. Die hier im arabischen verwendete Verneinungspartikel "lan" für das Futur drückt die Unmöglichkeit aus, also die Unmöglichkeit, daß sie die Muslime als Ihresgleichen akzeptieren, solange diese nicht ihre muslimische Identität abgelegt haben.

Da bei den muslimischen Religionsgelehrten Konsens darüber besteht, daß es für die muslimische Frau Pflicht ist, in der Öffentlichkeit und vor fremden Männern ihr Haupthaar zu bedecken, und die meisten praktizierenden muslimischen Frauen im Abendland angesichts des von der nichtmuslimischen Gesellschaft ausgeübten Assimilierungsdrucks darauf antworten, bewußt das Kopftuch zu tragen, ist es kontraproduktiv, wenn eingedeutschte Türkinnen, wie Lale Akgün, fälschlicherweise behaupten, es sei für die muslimische Frau nicht Pflicht ihr Haar zu bedecken, und andere Muslimas dazu aufrufen, das Kopftuch abzulegen. Aus Frau Akgüns Worten ist jedenfalls ersichtlich, daß sie den Islam nicht verstanden hat. Irgendwo sagte eine anscheinend aus dem Maghrib stammende Frau einmal, daß sie von der deutschen Gesellschaft nicht aufgenommen worden sei, obwohl sie ihr Haar nicht bedeckt hatte, was sie dann dazu veranlaßte, erst recht das Kopftuch zu tragen. Doch solche Dinge sind, obwohl äußerliche Erkennungszeichen, eigentlich zweit- oder drittrangig, und ein anderer deutscher Muslim beklagt sich zu Recht darüber, daß durch diesen leidigen Streit das Kopftuchtragen überbewertet und gewissermaßen zur "sechsten Säule" des Islam gemacht worden sei.

Im Vorwort eines Buches mit dem Titel " Der Mensch und das Universum - eine islamische Perspektive", des südafrikanischen Verfassers Mostafa Badawi, das aus dem Englischen ins Deutsche ich zu übersetzen angefangen habe, heißt es im Vorwort:

"Die Fähigkeit, zwischen dem zu unterscheiden, was islamisch unannehmbar ist, und dem, was ohne Schaden angepaßt werden kann, muß auf einer festen Bandbreite von Prinzipien gründen. Leider haben die meisten Muslime jetzt das Stadium erreicht, in dem sie sogar nicht mehr wissen, was Grundsätze sind. Die wenigen Versuche, die in den letzten Jahren gemacht worden sind, um islamisches Wissen in für die heutige Denkart verständlichen Ausdrucksweisen neu zu formulieren, sind wegen dieses Mangels ins Stottern geraten. Zahlreiche "gebildete" Leute glauben heute, daß die flüchtigste Kenntnis der Religion ihnen das Recht gibt, in deren Namen und im Widerspruch zu anerkannten religiösen Autoritäten zu sprechen. Solche Leute haben bereits gewaltige Schnitzer gemacht. "

Auch die Unterscheidung zwischen "aufgeklärtem" Islam und nichtaufgeklärtem oder "demokratischem" und undemokratischem ist abwegig und absurd. Die Aufklärung ist eine geschichtliche Entwicklung, die im Abendland auf Grund der Rolle der beiden christlichen Kirchen stattgefunden hat, während es im Islam keine Kirche gibt, deren Macht wegen Mißbrauchs hätte beschnitten werden müssen. Im Zuge der Bibelkritik sind die Christen von heute zu der Meinung gelangt, daß ihre heilige Schrift nicht wortwörtlich von Gott geoffenbart, sondern von Menschen allenfalls unter dem Einfluß göttlicher Eingebung mit ihren eigenen Worten niedergeschrieben worden ist, während es im Islam als unabdingbare Glaubensgrundlage gilt, daß der Qur'ân, Gottes Wort in arabischer Sprache, wortwörtlich geoffenbart und unverfälscht bis heute überliefert ist, was von den modernen Wissenschaften sogar bestätigt und nicht widerlegt wird. Daher sind die Offenbarungsschrift des Islams und die als authentisch überlieferten Worte des Gesandten Allahs - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - selbst eine Aufklärung, die keiner von Menschen erdachten Aufklärung bedarf. Der Islam schreibt keine bestimmte Staatsform in Einzelheiten vor, hat aber das Prinzip der gegenseitigen Beratung vor einer Beschlußfassung, was auch ein Element einer demokratischen Ordnung ist, während die westlichen Demokratien bereits ihre Mängel aufgedeckt haben, so daß sie den sich nach Befreiung von ihren restriktiven Regierungen sehnenden muslimischen Völkern nur schwer als Vorbild dienen können. Es würde den Rahmen meines Schreibens hier sprengen, darzulegen, warum ich das System in Deutschland nicht für wirklich demokratisch und mit einem islamischen System für unvereinbar halte.

Die Forderung des französischen Gesprächspartners Abdennour Bidar, im Qur'an müßten einige Stellen, die der Charta der "universellen" Menschenrechte widersprächen, weggelassen werden, ist als ein Akt des Unglaubens anzusehen, da nach der islamischen Lehre der Qur'an Gottes wortwörtlich offenbartes Wort ist, dessen darin enthaltene Vorschriften zeitlos und universell sind und nicht nur im Bezug zu einem historischen Hintergrund gesehen werden dürfen, der heute keine Gültigkeit mehr hat. Entweder lege ich dafür Zeugnis ab, daß die von Gott selbst gestiftete Ordnung, wie sie in den Quellen des islamischen Rechts verankert ist, richtig und gerecht ist, und bin damit Muslim, oder ich stelle eine von Menschen gemachte Ordnung über sie, und bin damit kein Muslim, da ich dadurch Gott die Eigenschaft abspreche, gerecht zu sein und zu wissen, was für Seine Geschöpfe richtig und angemessen ist, und mich und andere Seiner Geschöpfe für klüger und gerechter halte als den Schöpfer und Herrn selbst.

Allah, der Erhabene, sagt: "Was meinst du wohl zu jemandem, der sich als seinen Gott seine Neigung genommen hat, den Allah trotz (seines) Wissens (auch: aufgrund von höherem Wissen seitens Allahs) hat in die Irre gehen lassen und dem Er das Gehör und das Herz versiegelt und auf dessen Augenlicht eine Hülle gelegt hat? Wer könnte ihn nach Allah rechtleiten? Bedenkt ihr denn nicht?" [Qur'ân, Sûra 45 al-Dschâthiya 23]. Paßt diese Beschreibung nicht auf die "modernen" Muslime? Macht nicht jemand, der die Charta der Menschenrechte anstelle von Gottes Wort, dem Qur'ân, für universell hält und als Meßlatte für dieses nimmt, anstatt umgekehrt, seine persönliche Neigung zu seinem Gott anstelle des allmächtigen Schöpfers und Herrn der Welten? Macht nicht jemand, der dem Gerede seines Großvaters die Stelle des Konsens´ der Gelehrten einräumt, seine persönliche Neigung zu seinem Gott? Nimmt nicht jemand, der, um eine angebliche Gefahr abzuwenden, verhindert, daß in seinem Land nach Gottes Gesetz gerichtet und regiert wird, seine persönliche Neigung zu seinem Gott? Nur wer Gottes Willen über seinen eigenen und den Gehorsam gegenüber Allahs Gesandtem - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - über seine eigene Neigung stellt, ist wirklich Muslim. Und Allahs Gesandter - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - sagte: "Ich hinterlasse euch zwei Dinge, die solange ihr euch an sie haltet, ihr nicht die Irre gehen werdet: Allahs Buch (den Qur'ân) und die Sunna (den Brauch) Seines Propheten. " Wie sollten da bestimmte Stellen im Qur'ân nur auf ihren historischen Hintergrund bezogen verstanden werden und für die heutige Zeit keine Gültigkeit mehr besitzen?

Die Gesellschaft muß reformiert und dem Islam angepaßt werden und nicht umgekehrt. Durch die Anpassung der Gesetze an die von der Gesellschaft vertretenen und fortschreitend vom ursprünglichen Maß abweichenden und immer mehr verkommenden Moralvorstellungen ist die Gesellschaft in ihre heutige schlechte, von der Religion - in ihrer wörtlichen Bedeutung als Rückbindung des Menschen an Gott - so weit entfernte Lage geraten. Während meines abgebrochenen Jurastudiums wurde mir bewußt, daß wir Menschen von jenem höheren Wesen, das wir verehren, gegebene Gesetze brauchen, die nicht nach den jeweiligen Launen einer Gesellschaftsordnung abgeändert werden. Nicht der Islam selbst als Ordnung muß reformiert werden, sondern in deren Rahmen seine Praxis, die Weise, wie er gelebt, verwirklicht und den nachlässigen Muslimen und den Nichtmuslimen nahegebracht wird. Der Ramadân ist eigens dazu bestimmt, ein Monat erhöhter Religiosität zu sein, und wenn es auch schwerfällt, in einer von der Unreligiosität beherrschten Umgebung zu fasten, so müssen wir doch versuchen, unsere Religiosität in diese Umgebung hineinzutragen, um so die Umgebung allmächlich zu verändern, und uns nicht umgekehrt von der Umgebung dazu anstiften lassen, sich ihr anzupassen und unsere Religiosität abzulegen.

In den ersten drei Generationen der islamischen Geschichte standen die Muslime noch unter dem Eindruck der zeitlich nahen göttlichen Offenbarung und dem Wirken des Propheten - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - und seiner Gefährten, doch nach mehreren Jahrhunderten, als der Islam fest etabliert war, hatte diese Wirkung nachgelassen, und es genügte nicht mehr, zu den Leuten einfach nur zu sagen: "Allah, der Erhabene, hat gesagt ... Allahs Gesandter - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - hat gesagt ... hat ... getan ...", um eine Änderung ihres Verhaltens zu bewirken. Als der große bekannte Sufi-Scheich ´Abd al-Qâdir Gîlânî in dieser veränderten Gesellschaftsituation auftrat, sprach er auf andere Weise zu den Leuten und konnte so sehr viele von ihnen zur Reue bewegen und zahlreiche Christen dazu bringen, in den Islam einzutreten, ohne aber die allgemein gültigen Regeln des Islams anzutasten. Das ist es, was ich auch für die heutige Zeit in einer veränderten Gesellschaftssituation meine. So kann ich aber keinesfalls jenen Modernisten zustimmen, die darüber hinaus die Heiligkeit des Qur'âns antasten und die allgemein gültigen Regeln der Religion abschaffen wollen, da dies an den Grundmauern des Islams rüttelt.

Ich befürchte, daß die "modernen", "aufgeklärten" Muslime sehr großen Schaden anrichten können, da sie von den Feinden des Islams als Werkzeuge gegen den "traditionellen" Islam gebraucht werden. Der zum Islam konvertierte Franzose Abdennour Bidar (1971 in der Auvergne geboren, seine Mutter konvertierte zum Islam. Philosoph und Autor, lehrt Philosophie an der Universität Nizza), der nur solche Stellen im Qur'ân stehen lassen möchte, die nicht der Charta der "universellen" Menschenrechte widersprechen, ist nicht der einzige Fall. In Deutschland haben wir Prof. "Muhammad" Sven Kalisch, mit dem in Münster der erste Lehrstuhl zur Ausbildung von islamischen Religionslehrern besetzt worden ist. Prof. Kalisch vertritt die Ansicht, die früheren qur'ânischen Propheten hätten historisch niemals existiert. Darüber hinaus versteht er die Offenbarung nicht als Eingebung Gottes, als eines höheren Wesens, von außen her, sondern behauptet, die Offenbarung des Qur'âns sei nur eine innere Reflexion der Religiosität und Moral des Propheten Muhammad - Allahs segne ihn und gebe ihm Heil - in seinen Geist, der ihm als Engel Gabriel erschien, also keine Offenbarung von außen. Nach einem Beitrag in "Qantara" mit einem Porträt des "Koranexperten" Ömer Özsoy, der an der Uni. Frankfurt doziert, wo auch islamische Religionslehrer ausgebildet werden, vertritt dieser ebenfalls die Theorie von der Beschränkung zahlreicher Stellen im Qur'ân auf deren historischen Hintergrund ohne Gültigkeit für die Gegenwart und Zukunft. Das in seinem Heimatland Ägypten offiziell zum Kâfir erklärte Irrlicht Nasr Hamid Abu Zaid lehrt nun an einer Uni. in den Niederlanden seine abwegigen Ansichten von einer hermeneutischen und historischen Auslegung des Qur'âns und wird von den Nichtmuslimen hoch geehrt. All diese Ansichten sind jedoch mit dem "traditionellen" Islam unvereinbar, also Kufr.

Nachdem die Feinde des Islams erkannt haben, daß es praktisch unmöglich ist, den Qur'ân als Ganzes, als gedrucktes oder elektronisch gespeichertes Buch auch in den Übersetzungen seiner Bedeutungen zu verbieten, versuchen sie anscheinend, mit solchen "modernen" und "aufgeklärten" Muslimen die Fundamente der islamischen Religion zu erschüttern. Es ist unübersehbar, wie diesen in den Medien positive Aufmerksamkeit zuteil wird und wie sie in einflußreiche Positionen des Lehramtes gelassen werden, vermutlich mit dem Ziel, eine Generation von islamischen Religionslehrern und Akademikern heranzubilden, die ihre Kufr-Ansichten weitertragen, bis diese weitgehende Verbreitung gefunden haben und zur offiziellen islamischen Lehre in Europa geworden sind, so daß man die Vertreter des "traditionellen" Islams dann marginalisieren und ggf. als "Extremisten" verfolgen und ihnen den Mund verbieten kann.

Hierzu ein Beispiel: In seiner 9. Lektion über Tauhîd (siehe: www.aswj.de ) erwähnt Abul Khattab, daß der Vorsitzende der muslimischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Dr. Anas Schakfeh, behauptet, auch Juden und Christen kämen ins Paradies und nicht nur Muslime. Einer der islamischen Religionslehrer in Österreich hatte den Schülern richtigerweise gesagt, daß Juden und Christen keine Gläubigen (mu'min) sind und somit nicht ins Paradies kommen, und eine der Schülerinnen hatte ihrer christlichen österreichischen Mutter gesagt: "Mama, du kommst nichts ins Paradies, weil du eine Christin bist; nur die Muslime kommen ins Paradies", worauf diese sogleich bei der Schulleitung anrief, um sich über diese "extremistische" Ansicht zu beschweren. Die Rektorin ihrerseits rief bei Anas Schakfeh an und sagte: "Sie haben uns da einen Extremisten an die Schule geschickt, der sagt, daß die Juden und Christen nicht ins Paradies kommen." Daraufhin wurde der arme Religionslehrer vor eine Kommission der Glaubensgemeinschaft geladen, wo ihm gesagt wurde, wie könne er nur so unwissend sein und behaupten, daß nur Muslime und nicht auch Juden und Christen ins Paradies kommen, und worauf er dann aus dem Dienst entlassen wurde. Von der Zeitung "Die Presse" auf das Vorhandensein "extremistischer" Religionslehrer angesprochen, erwiderte Anas Schakfeh, unter ihren Religionslehrern gäbe es keine "Extremisten", aber einen einzigen, der sich als solcher gezeigt hätte, hätten sie entlassen.

Am Ende der Gesprächsrunde von "arte" verlangte eine Stimme aus dem Publikum, "man müsse die Islamisten (= Muslime) überall daran hindern, solche Barbareien zu begehen". Das klingt wie der Aufruf zu einem neuen Kreuzzug. Die Muslime müssen ganz friedfertig und gegenüber jedem Unrecht duldsam sein, und wenn sie sich selbst mit nach dem Völkerrecht legalen Mitteln dagegen zu wehren versuchen, dann ist das "Terrorismus", aber die Nichtmuslime dürfen zur gewaltsamen Verbreitung von Demokratie und Freiheit in ihrem Sinne und zu ihren politischen und wirtschaftlichen Interessen jedes Mittel gegen die Muslime anwenden! Der algerische Gast (Saïd Sadi, algerischer Politiker, Generalsekretär der laizistischen RCD (Vereinigung für Kultur und Demokratie). Präsidentschaftskandidat 1995 und 2004 in Algerien) in der bei "arte" übertragenen Gesprächsrunde der Redaktion der Zeitung "Libération" gab ganz offen zu, daß er für die Annulierung des zweiten Wahlganges in Algerien im Jahr 1992 mit verantwortlich sei. Damit ist er auch mit verantwortlich für die blutigen Ereignisse in den Jahren danach und am Tode Tausender unschuldiger Muslime. Wäre die FIS an die Macht gekommen, so hätte man ihn vermutlich wegen Hochverrats vor Gericht gestellt. Aber von den Kuffâr im Westen wird er als Held geehrt, der eine "islamistische Diktatur" verhindert hat. Er rechtfertigt sein verbrecherisches Tun damit, daß "um die Demokratie zu retten, man auch undemokratische Mittel anwenden darf."

Wenn der Qur'ân z.B. für Diebstahl die Strafe der Abtrennung der Hand anordnet oder Ehebruch als Verbrechen ansieht, so gibt es keinen Hinweis darauf - sondern vielmehr Hinweise für das Gegenteil -, daß diese Stellen nur für die Gesellschaft der ersten Muslime in Madîna Gültigkeit besessen hätten, heute aber nicht mehr, wie jene Modernisten behaupten. Allah sagt im Qur'ân, daß er den Muslimen ihre Religion vervollkommnet hat, was bedeutet, daß an qur'ânischen Vorschriften nichts hinzugefügt oder weggelassen werden darf. Dennoch kommen "moderne" Muslime auf den Gedanken, daß beispielsweise die qur'ânischen Regeln für die Erbteilung mit dem halben Anteil einer männlichen Person für die weibliche nur eine Stufe auf dem Weg hin zur völligen Gleichberechtigung mit einem gleichen Anteil wie für männliche Person seien, da dies sonst im Widerspruch zu den "universellen" Menschenrechten stehe: "Muhammad hatte im Islam der Frau in Arabien das Erbrecht gegeben, nachdem diese in vorislamischer Zeit keines besessen hatte, sondern selbst vererbt wurde; aber wir gehen noch einen Schritt weiter und sprechen ihr im Zuge der Gleichberechtigung die gleichen Anteile zu wie den Männern", "Zur Zeit des Propheten Muhammad waren die Männer lüsterner als heute, weswegen die Vorschrift erging, daß die Frauen auch ihr Haupthaar bedecken sollten, aber heute sind die Männer durch die Werbung und andere Medien so sehr an den Anblick nackter Frauen gewöhnt, daß der Anblick des Haares einer Frau sie nicht mehr erregt, weswegen die muslimische Frau sich nicht das Haar bedecken sollte, wenn sie dadurch in der Gesellschaft Nachteile erlangt." So und ähnlich mögen die Scheinargumente der Modernisten klingen, wobei sie sich klüger dünken als ihr Schöpfer und Herr und Allahs ewig und universell gültiges, unerschaffenes Wort auf die Stufe bloßer Literatur herabsetzen.

Aus diesem Grunde benötigen die Muslime in Deutschland gut ausgebildete Leute, die auf solche Modernisten angemessen und überzeugend antworten können.

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