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Rubrik: Ruqyah
Autor: tauhid.net

Behandlung bei Sihr

Bei einer Behexung / Magie / Zauberei muss man die Ursache der Magie finden, damit die Krankheit geheilt werden kann.

Zayd ibn Arqam r.a. berichtete, dass ein Jude namens Labid Ibn Asam den Propheten s.a.w. verzauberte. Als der Prophet s.a.w. anfing unter der Wirkung zu leiden, kam Dschibril a.s. zu ihm und offenbarte ihm die Mu´awidhatan (Suren Al-Falaq und An-Nas) und sagte: „Gewiss war es ein Jude, der über dich diesen Zauber aussprach und das magische Amulett ist in einem bestimmten Brunnen.“ Der Prophet s.a.w. sandte Ali Ibn Abu Talib r.a. um das Amulett herbeizuholen. Als er damit zurückgekommen war, befahl ihm der Prophet s.a.w., die Knoten (des Amuletts) nacheinander zu lösen und bei jeder Knotenauflösung einen Vers der Suren zu lesen. Nachdem er dies getan hatte, stand der Prophet s.a.w. auf, als hätte man ihn von einer Fesselung befreit. [Ibn Humaid und Al-Bayhaqi]

Man führe die normale Anfangsprozedur durch wie im Kapitel „Das Heilen“ beschrieben. Für das Auffinden des Buhul ist es ratsam, es im Haus des Patienten zu machen, nachdem dieses „gereinigt“ wurde (von sämtlichen Bildern etc.) und möglichst mit Ruqyah-Wasser ausgespritzt, denn das Buhul könnte auch im Haus versteckt sein.

Eine Möglichkeit, das Buhul zu finden, ist den Dschinn im Patienten fragen. Natürlich ist klar, dass dieser meistens lügen wird, aber man kann es probieren, da Dschinn schlechte Lügner sind. Mit ein wenig Kreuzverhör kann man es vielleicht herausfinden.

Ansonsten rezitiere man Sure Al-Anam, Vers 103, drei- oder siebenmal:

La tudrikuhul abshaaru wa huwa yudrikul abshaara wa huwal-lathieful chabier.

Blicke können Ihn nicht erfassen, Er aber erfasst die Blicke. Und Er ist der Allgütige, der Allkundige.

Dann bete man zu Allah, dass Er einem das Buhul zeigt. Man benutze auch die Namen Allahs wie „Ya Hadi“ (der Leitung gebende) – „Ya Wajid“ (der alles Bekommende und Findende) – „Ya Latief“ (der das Feinste in allen Dimensionen erfasst) – „An-Nur“ (das Licht), bis man das Buhul gefunden hat, sei es durch Suchen, Eingebung oder Traum.

Wenn der Zauber an etwas außerhalb des Körpers gebunden ist, zerstöre man es wie im Anhang beschrieben (Wie zerstört man ein Buhul?).

Wenn es im Körper ist, kann man die folgende Methode benutzen:

Wie gewohnt die Anfangsprozedur durchführen wie im Kapitel „Das Heilen“ beschrieben. Man rezitiere Sure Yasin, Vers 9 mit der Intention, den Dschinn einzusperren. Dann blase man auf Zeige- und Mittelfinger und beschreibe mit ihnen einen Kreis um die betroffene Stelle (entgegen den Uhrzeigersinn), entweder an der Stelle, wo man das Buhul vermutet, oder wo es schmerzt, juckt oder ein taubes Gefühl herrscht.

Wa ja'alnaa min baini aidiehim saddan wa min chalfihim saddan fa-aghschainaahum fahum la yubshiruun.

Und Wir haben vor ihnen einen Wall errichtet und ebenso hinter ihnen einen Wall (errichtet), und Wir haben sie verhüllt, so dass sie nicht sehen können.

Dann rezitiere man Al-Anfal 17 und Al-Mu'minun 115 an den Fingerspitzen der rechten Hand und bläst auf sie.

Al-Anfal 17

Falam taqtuluuhum wa laa kinnAllaha qatalahum. Wa maa ramaita isramaita wa laa kinnAllaha ramaa. Wa liyubliyal mu'miniena minhu bala-an hasanan. InnAllaha samie'un 'aliem.

Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuss ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm. Wahrlich, Allah ist Allhörend, Allwissend.

Al-Mu'minun 115

Afahasibtum annamaa chalaqnaakum ‘abatsan wa annakum ilaina laturja'uun.

„Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?"

Man ergreife die betroffene Stelle mit den Fingerspitzen (natürlich nicht zu fest krallen), und ziehe, wobei man sich vorstellt, man zieht die Krankheit / Dschinn / Zauber heraus, wobei man „Bismillahi Allahu akbar“ sagt.

Wenn man das Buhul nicht finden sollte, hilft es bereits, zu verstehen, wo es versteckt ist, z.B. in einem Brunnen oder ins Meer geworfen, und um was für eine Magie es sich handelt. Der Patient wird dann bereits Erleichterung spüren. Hinweise darauf, wo das Buhul sich befindet, kommt vom Patienten selber, normalerweise im Traum: Träumt er z.B. von viel Wasser, weiß man, dass es in einem Fluss oder im Meer ist; träumt er davon, in großen Höhen zu sein, in einem Flugzeug oder auf einem Berg etc., weiß man, dass es auf einem Baum hängt; träumt er von Gräbern und Toten, wurde es in einem Friedhof versteckt usw.

Auch die Art des Zaubers offenbart sich durch den Patienten: Wie im obigen Hadith gezeigt, fühlte sich der Prophet s.a.w. wie festgebunden, weil die Magie Knoten waren. Wenn der Patient z.B. sagt: „Ich drehe mich ständig im Kreis“, weiß man, dass es an einem Baum gebunden ist; sagt er „Ich fühle mich wie tot“, bedeutet es, dass es in einem Friedhof steckt.

In jedem Falle sollte das bereits beschriebene Ruqyah-Bad gegen Sihr ausgeführt werden, speziell, wenn das Herausziehen nicht funktionieren sollte. Man sollte auch zusätzlich noch an den Stellen Blut schröpfen, wo sich das Problem befindet, um die Magie herauszuziehen bzw. ihr einen Ausgang zu ermöglichen. Desweiteren sollte man das Haus mit Qur'anwasser besprühen, wie im Kapitel „Variante des Ruqyah-Bades und Reinigung des Hauses von Dschinn oder Magie“ beschrieben und die allgemeinen Schutzmaßnahmen befolgen.

Den Zauber zurückschicken

Verhexung sollte man zuerst nur versuchen zu behandeln. Stellt sich aber heraus, dass nach der Behandlung der Magier immer weitere Dschinn schickt, kann man erwägen, den Zauber zu ihm zurück zu schicken, was in der Shariah erlaubt ist (Qisas), obwohl Geduld besser sein mag:

Und wenn ihr bestraft, dann bestraft in dem Maße, wie euch Unrecht zugefügt wurde; wollt ihr es aber geduldig ertragen, dann ist das wahrlich das Beste für die Geduldigen. [An-Nahl 126]

Den Zauberer zu bekämpfen ist wesentlich effektiver, als jedes Mal wieder den Dschinn zu bekämpfen, der ja selber geschickt wurde.

Man sollte die ganze Familie des Patienten und seine engen Freunde versammeln, um zusammen zu beten, was wirkungsvoller ist. Jeder führt für sich selber die Anfangsprozedur durch wie im Kapitel „Das Heilen“ beschrieben. Man sollte das anstehende Pflichtgebet zusammen beten und danach 2 x 2 Rakaat Nawafil, wobei man bei der letzten Niederwerfung Allah bittet, den Zauber und die Krankheit wieder dem Zauberer oder Neider zurück zu schicken. Diese Bitte am besten mit „Ya Hayyu ya Qayyum birahmatika astaghith“ (O Lebendiger, o Ewiger, bei Deiner Barmherzigkeit bitte ich um Hilfe) beginnen.

Nach dem abschließendem Salaam die Suren al-Fatihah, al-Ikhlas, al-Falaq, an-Nas und den Thronvers rezitieren (siehe im Anhang), und zwar drei- oder siebenmal. Dann Sure an-Nahl, Vers 26:

Qad makaral-lasina min qablihim, fa atAllahu bunyaanahum-minal qawaa'idi facharra ‘alaihimus-suqfu min fauqihim wa ataahumul 'asaabu min haitsu la yasch'uruun.

Diejenigen, die vor ihnen waren, planten auch Ränke, doch Allah rüttelte ihren Bau an den Grundmauern, so dass das Dach von oben her auf sie stürzte; und die Strafe kam über sie, ohne dass sie ahnten, woher.

Und Sure al-Fiel:

Alam tara kaifa fa'Ala rabbuka biashhaabil fiel. Alam yaj'al kaidahum fi tadhliel. Wa arsala ‘alaihim thairann abaabiel. Tarmiehim bi hijaaratinm-min sijjiel. Faja'alahum ka'ashfinm-makuul.

Hast du nicht gesehen, wie dein Herr mit den Leuten des Elefanten verfahren ist? Hat Er nicht ihre List mißlingen lassen und Vögel in Scharen über sie gesandt, die sie mit brennenden Steinen bewarfen, und sie dadurch wie abgefressene Saat gemacht?

Beide drei-, sieben oder elfmal mit allen Versammelten rezitieren, mit der Intention, den Zauberer die Krankheit zurück zu schicken. Man sollte sicher sein, dass Allah s.w.t. das Bittgebet der Unterdrückten annimmt, so wie es der Prophet s.a.w. gesagt hat.

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weiter zu:

Psychotherapie
Psychische Probleme gehen oft Hand in Hand mit Problemen verursacht durch Dschinn oder Magie, da sie sich gegenseitig bedingen. Ein psychisches Problem gibt den Dschinn eine „Lücke“, durch die sie eindringen können...

Ruqyah - Islamischer Exorzismus

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