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Rubrik: Ruqyah
Autor: tauhid.net

Das Fangen von Dschinn

Leute, die jemals von einem Dschinn besessen waren, haben einen „Eingang“, durch den der Dschinn eingedrungen ist, und ein „Haus“, wo der Dschinn im Körper gewohnt hat. Mit dem Ruqyah-Bad sollte es möglich sein, diesen Eingang wieder zu verschließen. Man kann ihn allerdings auch benutzen, um Dschinn zu rufen, indem man Allah bittet, sie zu einem kommen zu lassen. Und erstaunlicherweise scheint dies sehr gut zu funktionieren, jedenfalls bei Raqis von dem Kaliber eines Sheikh Abdur Raouf ben Halima. Die gerufenen Dschinn kann man zum Islam bringen und ihnen den Auftrag geben, auch andere Dschinn zum Islam zu bringen oder sie herzuholen. Man kann sie auch interviewen und viele nützliche Informationen erhalten. Nach Aussage von Sheikh Abdur Raouf wurden so bereits hunderttausende Dschinn zum Islam gebracht!

Wir haben selber keine Erfahrung mit dieser Methode, wollen sie aber vollständigkeitshalber hier aufzählen. Die Methode ist umstritten, da Ruqyah ja eigentlich dazu gedacht ist, um sich gegen Dschinn zu schützen und sie zu vertreiben oder ggf. zu töten. Gegner der Methode führen vor allem folgenden Vers an:

Und an dem Tage, da Er sie allesamt versammelt, dann (spricht Er): „O ihr Dschinn, ihr habt viele Menschen in die Irre geleitet." Und ihre Freunde unter den Menschen sagen: „Unser Herr, einige von uns haben von anderen Vorteile genossen, nun aber stehen wir am Ende unserer Frist, die Du uns bestimmtest." [Al-Jinn 6]

Sie meinen, dass dieser Vers es ausschließt, dass Menschen von Dschinn Vorteile haben dürfen, und sehen den Propheten Sulaiman a.s., der ja großen Nutzen von Dschinn hatte, als Ausnahme an.

Sheikh Abdur Raouf führt als Argument eine Aussage von Sheikh ul-Islam Ibn Taymiya an, wo dieser in seinem Buch „Majmu al-Fatawa” Band 11, S.307 sagt:

„Ein Mensch, der einem Dschinn befiehlt zu tun, was Allah und Sein Gesandter befohlen haben, Allah allein anzubeten und Seinem Prophet zu gehorchen, und auch den Menschen befiehlt, dies zu tun, ist von den besten Verbündeten von Allah, dem Allmächtigen, und er wird durch seine Taten ein Nachfolger – Kalif – und ein Repräsentant des Gesandten.

Und derjenige, der Dschinn benutzt für erlaubte persönliche Dinge, und ihnen befiehlt, ihre Pflichten zu tun, und ihnen verbietet zu tun was Religion verurteilt, und benutzt sie in persönlichen Dingen, ist wie die Propheten-Könige im Vergleich zu den Propheten-Sklaven, wie Sulaiman und Yusuf im Vergleich zu Ibrahim, Musa, Isa und Muhammad – möge Allah sie alle segnen.

Und wer Dschinn benutzt, für das, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, sei es Beigesellung (Schirk), oder um einen Unschuldigen zu töten, oder Leuten Schaden zuzufügen, wie sie krank machen, sie ihr Wissen vergessend machen, oder sie eine Sünde begehen lassen, jener hat ihre Hilfe benutzt für Sünde und Haram; und wenn er sie benutzt für Taten, die als Abfall vom Glauben gelten, dann ist er ein Murtad (jemand, der vom Glauben abgefallen ist).

Und wenn sein Wissen von islamischen Regeln nicht vollständig ist, und er benutzt ihre Hilfe für etwas, von dem er denkt, es sind Wunder, wie Haj zu machen, oder zu fliegen, oder sie tragen ihn nach Arafah und er macht nicht die reguläre Haj, oder sie tragen ihn von Stadt zu Stadt und so weiter, so jemanden haben sie in die Irre geleitet und haben ihn betrogen.“

Sheikh Abdur Raouf fügt hinzu: „Der Prophet, Segen und Frieden seien auf ihm, lehrte Ruqyah nicht, wie er Gottesdienst und Religion lehrte; er ließ dieses Gebiet offen, und ermutigte seine Gefährten, die es praktizierten. Er erlaubte den Leuten, zu behandeln wie sie wollten, solange sie keine Beigesellung begingen – Schirk.”

Ich selber möchte mich mit einem Urteil zurückhalten und es dem Leser überlassen, inwieweit er diese Methode gegebenenfalls praktizieren möchte. Jedenfalls sind die Dialoge, die Sheikh Abdur Raouf mit den Dschinn führt, sehr interessant und auch sehr unterhaltsam.

Kontrolle gewalttätiger Dschinn

Gewalttätige Dschinn sind glücklicherweise eine kleine Minderheit bei Ruqyah. Viele der Dschinn werden herumschreien, drohen und versuchen zu erschrecken, aber die Zahl derer, die tatsächlich bereit sind, ihre Drohungen auszuführen, ist relativ klein, und alles Lob gebührt Allah s.w.t..

Wenn es sich um wirklich gewalttätige Dschinn handelt, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

Der Schutz kann nur von Allah kommen – man lege sein Vertrauen ganz auf Ihn, und denke daran, dass Allah al-Qawi und al-Matin ist - der Stärkste und der Mächtigste. Wenn Er einen beschützt, gibt es niemand, der einem schaden kann, unabhängig von ihrer Stärke.

Man mache häufiges Bitten, besonders Bitten für die Überwindung eines Feindes:

Allaahumma innaa naj?aluka fie nuhurihim, wa na?udhu bika min shururihim

O Allah, wir stellen Dich vor sie und wir suchen Zuflucht bei Dir vor ihrem Übel. [Abu Dawud 1537; Al-Hakim 2629]

Man versuche nicht, den oder die Dschinn durch Kraft zu überwältigen. Viele machen diesen Fehler, besonders wenn sie selbst stark sind. Sie versuchen, mit dem Dschinn körperlich zu konkurrieren. Aber wie bereits im Kapitel über Dschinn erläutert, sind viele Dschinn uns körperlich weit überlegen, sodass der Patient im wahrsten Sinne des Wortes übermenschliche Kräfte bekommt und selbst oft mit mehreren Leuten kaum zu bändigen ist. Man muss daher den Dschinn mit dem Qur'an überwältigen. Wenn man versucht, sie mit Kraft zu bekämpfen, werden sie normalerweise gewinnen. Wenn man versucht, sie mit dem Qur'an zu bekämpfen, werden sie mit Gottes Erlaubnis jedes Mal verlieren. In der Tat ist die Tatsache, dass der Dschinn einen attackieren will, ein sehr gutes Zeichen, denn er tut dies, weil er bereits sehr leidet und kurz vor dem Verlieren steht.

Man denke nicht nur an die eigene Sicherheit, sondern auch an die Sicherheit des Patienten. Man stelle sicher, dass es im Zimmer nichts gibt, mit dem er sich verletzen könnte. Die Mehrheit der gewalttätigen Dschinn wird oft den Patienten angreifen, bevor er den Raqi angreift, also sollten keine gefährlichen Gegenstände im Raum sein, mit denen der Patient sich oder andere verletzen könnte.

Man lasse sich nicht durch den Dschinn einschüchtern. Die Dschinn lernen Gewohnheiten auf der Grundlage der Reaktion des Raqi. Wenn sie es schaffen, einen zu verletzen und einzuschüchtern, werden sie erfahren, dass sie damit durchkommen können und es die ganze Zeit tun. Aber wenn man ihnen zu erkennen gibt, dass solches Verhalten zu einer strengen Bestrafung mit Ruqyah führt, dann werden sie bald lernen, dass Schreien und Gewalt nicht helfen.

Man kann Ruqyah-Wasser in einer Sprühflasche bereithalten und verwenden, um den Dschinn zu unterwerfen. Nicht alle Dschinn werden darauf reagieren, aber bei vielen von ihnen funktioniert es.

Es ist gut, wenn man als Neuling andere Leute zugegen hat, da man mit mehr als einer Person mehr Selbstvertrauen hat, was hilft, mit dem Problem in einer Weise umzugehen, die für den Patienten und einen selbst sicherer ist.

Man sei vorsichtig, wenn man einen Patienten körperlich zurückhält oder sogar schlägt, in Ländern, die Ruqyah nicht als legitime Behandlung anerkennen, was ja die wenigsten tun. Man wird Schwierigkeiten haben zu erklären, dass man nicht den Patienten, sondern den Dschinn geschlagen hat!

Vor allem denke man daran, dass der Feind einen nicht wegen seiner Macht überwältigt, sondern wegen der eigenen Sünden. Deswegen sollte man demütig vor Allah sein und stets bereuen. Erfolg kommt nur von Allah, und gerade auf spiritueller Ebene hat Gottesfurcht eine immense Wirkung, die die stärksten Dschinn machtlos werden lässt.

Das Töten des Dschinn

Es gibt verschiedene Techniken, den Dschinn zu töten. Wenn er in den Körper eines Menschen eindringt, gelten für ihn menschliche Regeln, die ihn überaus verwundbar machen. Man sollte aber sicher sein, dass der Dschinn nicht gläubig ist und durch Magie festgehalten wird und nicht entfliehen kann.

Nachdem man die bereits erwähnten Schritte durchgeführt hat, insbesondere den Dschinn darauf hingewiesen hat, dass er zu gehen hat oder getötet wird, streckt man den Zeigefinger der rechten Hand in die Höhe, spricht das Glaubensbekenntnis auf Arabisch (Aschado ala ilaha illAllah wa aschado ana Muhammadar rasulAllah) und rezitiere Sure al-Anfal, Vers 17 (oder den Thronvers, sollte man diesen Vers noch nicht memoriert haben):

Falam taqtuluuhum wa laa kinnAllaha qatalahum. Wa maa ramaita isramaita wa laa kinnAllaha ramaa. Wa liyubliyal mu'miniena minhu bala-an hasanan. InnAllaha samie'un 'aliem.

Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuss ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm. Wahrlich, Allah ist Allhörend, Allwissend.

Man bete zu Allah, z.B. wie folgt: „O Allah, Erschaffer der Himmel und der Erde, der du Macht über alle Dinge hast, lass diesen Finger ein vergiftetes Messer werden, extrem heiß und scharf, der den Dschinn in diesem Körper tötet, o Herr!“

Alsdann den Finger (bzw. in der spirituellen Welt das Messer) an den Hals des Patienten ansetzen. Zu diesem Zeitpunkt sollte natürlich der Patient selber nicht mehr bei Bewusstsein sein, oder nur in Halbbewusstsein. Dann sollte der Dschinn das Messer spüren und dementsprechend reagieren. Mit dem Finger über die Kehle fahren, als ob man dem Patienten die Kehle durchschneidet, von links nach rechts bis fast nach hinten. Normalerweise wird der Dschinn schreien und riesengroße Augen machen. Wenn man Erfolg hat, wird der Körper des Patienten plötzlich erschlaffen und kurz danach wird er wieder bei Bewusstsein sein. Der Dschinn, der das Bewusstsein übernommen hatte, ist tot. Ein recht schockierendes Schauspiel für Leute, die dies noch nie gesehen haben, darf ich bemerken ;-) !

Man kann die obige Technik auch benutzen, um dem Dschinn Körperteile abzuschneiden. Anstatt Messer erbittet man sich einen Säbel, mit der Intention, dem Dschinn z.B. die Beine abzuschneiden, um ihn zu quälen. Dadurch gibt man dem Dschinn noch eine letzte Gelegenheit, zu bereuen und den Islam anzunehmen. Will er das, rezitiere man al-Fatihah in die eigene Hand und streiche über die betreffende Stelle mit der Intention, die Körperteile wieder zusammen zu fügen. Danach ihm das Glaubens-bekenntnis vorsprechen und, wenn er dies zweimal nachgesprochen hat, ihm den Schwur abnehmen, den Körper für immer zu verlassen und in keinen anderen Körper mehr einzufahren. War der Dschinn aufrichtig, wird er nun ausfahren und der Patient wieder zu Bewusstsein kommen. Wenn der Dschinn gelogen hat, dann mit vorheriger Methode töten.

Man rezitiere al-Fatihah, die drei Qul (al-Ikhlas, al-Falaq und An-Nas) und den Thronvers und blase in die eigene Hand, das ganze drei bis siebenmal. Man fasse an die betroffene oder schmerzende Stelle während man den Thronvers rezitiert. Dann auf die Stelle blasen mit der Intention, den Dschinn zu verbrennen. Dies sollte man wieder drei bis siebenmal wiederholen, bis inshaAllah der Schmerz weg ist.

Man kann Dschinn im Traum töten, wie bereits im Kapitel „Verschiedene Behandlungstechniken“ beschrieben.

Weitere Techniken werden auch im folgenden Kapitel behandelt. In der Tat gibt es sehr viele Techniken. Fast jeder Raqi hat sich im Laufe der Zeit seine für ihn besten Techniken herausgesucht bzw. ausgearbeitet. Und normalerweise wird man sehen, dass je glaubensstärker ein Raqi ist, desto weniger benötigt er, wie das Beispiel von Imam Ahmad zeigt, der nur eine Sandale zu schicken brauchte.

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weiter zu:

Behandlung bei Sihr
Bei einer Behexung / Magie / Zauberei muss man die Ursache der Magie finden, damit die Krankheit geheilt werden kann...

Ruqyah - Islamischer Exorzismus

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